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Was Afrika mir gab und nahm : Erlebnisse einer deutschen Ansiedlerfrau in Südwestafrika / von Margarethe v. Eckenbrecher
Entstehung
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22g Der Aufstand

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Themis berichtete auch von der Sündhaftigkeit und Treue des braven Cornelius und von der feindlichen Stimmung und den Ab­sichten des Stammes; wie wir die größte Mühe hatten, Okombahe zu halten. Hauptmann Franke beschloß sofort, die Truppenmacht und dassprechende große Rohr" den schwankenden Bergkaffern vor Augen zu führen und mich mit dem Kinde bei der Gelegenheit sicher nach Omaruru zu bringen. Mit vieler Erwartung sahen wir der Ankunft der Truppe entgegen.

Ich hatte sehr gekämpft, was Wohl das Richtigste sei, meinen Mann zu verlassen und das Kind zu Pflegen, oder da zu bleiben. Ich entschloß mich zu ersterem. Mein Mann konnte ohne mich fertig werden, aber das Kind war sehr elend geworden in den Wochen auf der Station.

Das Leben im Zelt bekam ihm nicht. Sobald es regnete, spülte das Wasser den Boden des' Zeltes entlang. Alle Sachen, Wäsche, Betten, waren kalt und feucht. Es fehlte an der nötigen Sauberkeit, und Nahrung war für das kleine Ding schwer zu beschaffen. Die Kühe, die den Platz bald abgeweidet hatten, gaben nur noch spärlich Milch. Ich mußte Roggenmehl und Hafergrütze mit dazu nehmen, die aber auch bald aufgebraucht war. Das Kind litt ewig an Verdauungs­störungen und bekam böse Malariaanfälle dazu. Es war blaß und mager geworden, und wir sorgten uns sehr.

In diesen letzten Tagen vor meiner Abreise war ich noch be­schäftigt, meinen Mann mit etwas Kleidung zu versorgen, denn er hatte alles eingebüßt. Ich hatte noch bunten Kattun, hellblau ge­blümt, rot gerankt, in unglaublichen Mustern und Farben. Tage und Nächte lang nähte ich ihm mit der Hand Hemden, des Nachts sogar beim trüben Schein einer kleinen Stallaterne.

5. Im Schutz der Kompagnie Franke.

Es war an einem Sonntag nachmittag, als jenseits des Riviers eine mächtige Staubwolke sichtbar wurde. Nach und nach konnten wir die heranrückende Truppe erkennen.