Ein gefährlicher Ritt — Auf der Feste 209
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Themis war in der einen Nacht um Jahre gealtert. Er hatte ja auch das meiste zu verlieren. Nun hätten wir den Wackeren fo gern Ruhe gegönnt. Aber fchlafen unter diefen Umständen? Jetzt hieß es Verteidigungspläne entwerfen, danach handeln. Wer weiß, ob nicht fchon am Abend oder nächsten Morgen ein Angriff der Hereros beabsichtigt war.
4. Auf der Feste.
Wir kamen überein, alle nach der Station überzusiedeln, uns Wohl mit Wasser und Holz zu versehen und dort zu verschanzen. Um 6 Uhr spannten wir die Karre an, und die nötigsten und wertvolleren Sachen wurden nach oben gebracht.
Die Station ist ein längliches Gebäude, aus ungebrannten Backsteinen erbaut. Es bestand aus vier Zimmern. Eins mußte Bureau bleiben, eins Wacht- und Schlafstube für die Mannschaften. Das dritte bezogen Frau Merker und ich mit zusammen drei Kindern, im vierten hausten die Bastards. Ein Soldat hatte ein Bastardmädel zur Frau, und so kam es, daß ihre ganze Verwandtschaft schütz- und hilfsbedürftig mitgenommen wurde.
Die Zimmer waren klein und niedrig. Das vorhandene Fenster in einem jeden mußte bis dreiviertel Höhe zugemauert werden, weil die Station an einem Abhang lag und man von der Höhe hineinschießen konnte. Bis fast an die Decke aufgestapelt lagen unsere Sachen. Dazwischen war knapp Platz für unsere Matratzen, die Kinderbetten und den Kinderwagen.
Dicht bei der Station wurden Kral-Tackies gekappt für das Vieh. Dieses, sowie der im Hof der Station befindliche Pferdekral brachten Fliegen in Unmengen mit.
Den ganzen Nachmittag bis zum Sonnenuntergang arbeiteten wir alle schweißtriefend an der Wiederaufrichtung der beiden Hosmauern. Da es keine Backsteine gab, schleppten wir Steine herbei. Ich glaube, dies ist die schwerste Arbeit, die ich je in meinem Leben verrichtet habe. Gar bald schälte sich mir die Haut von den Händen, doch es half nichts, denn die Zeit drängte. Ich hatte wenigstens das
v. Eckenbrccher, Was Afrika mir gab und nahm. 14