Allerlei Erlebtes und Beobachtetes — Spitzkoppjes 177
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Es war aber doch recht feierlich. Das erste Bäumchen im eigenen Heim, das süße Kind, das den Lichtern zujauchzte, die strahlenden, befriedigten Gesichter der Leute. Wir selber gesund, im Vollbesitz unserer Kraft, im Bewußtsein des Weiterkommens.
Als Gast hatten wir den Feldwebel Müller bei uns, dem wir auch Zigaretten, Zigarren und andere Kleinigkeiten aufgebaut hatten. Auf dem Platze war viel Leben. In der Kirche stand auch ein künstlicher Baum, mit vielen Lichtern und Engelsköpfen, Weihnachtslieder erklangen, Geschenke wurden verteilt. Dazu war das Korn reif, und Wassermelonen wurden in Mengen geerntet.
Vergessen waren die schweren Zeiten der Krankheit und Hungersnot. Weithin erschallte der Gesang: „Das Christfest ist schön. Es ist das Fest der Weißen, darum müssen sie uns beschenken. Wir arbeiten nicht. Wir essen süßes Brot. Wir seiern und tanzen. Es ist schön, daß so viel Weiße auf dem Platze sind, da bekommen wir mehr Geschenke!"
In den hellen Mondscheinnächten erklang die Ziehharmonika. Ihre Musik mischte sich mit dem gleichmäßigen Stampfen des Tanzschrittes und der eintönigen Melodie des Gesanges.
Wir Weißen waren glücklich und zusrieden. Freilich, das Hohelied der Dankbarkeit war den Kaffern fremd. Aber man gibt ja nicht, um Dankbarkeit zu ernten. Man gibt, weil Geben ein Genuß, eine Freude ist. Ein wenig Bitterkeit mischt sich oft hinein: „Der Weiße ist dumm. Er hat keinen Grund, uns zu beschenken. Wir geben ihm nichts dafür, daß er sich ausnutzen läßt. Aber kommt, wir wollen ihn tüchtig anbetteln. Hauptsache ist, daß er gibt!"
11. Spitzkoppjes.
Wenn man sich, von Okombahe ausgehend, in südwestlicher Richtung wendet, so erreicht man in sechs Reitstunden Spitzkoppjes. Es ist eine ungeheure, gigantische Gebirgsmasse aus kompakten Felsen von rotem Granit. Die spitzen Kegel haben ihr den Namen Spitzkoppjes gegeben. Ihre Formation erinnert lebhast an die der Dolomiten. Die
b. Eckenbrecher, Was Afrika mir gab und nahm. 12