Niederländisch-Jndien, deutsche Konsulate. — China
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Z493 Taufbewerber.) Vor zwei Jahren ist auch auf den Mentaweiinseln eine Station angelegt worden. — Auch die kleine Mission der niederländischen Lutheraner auf den Batu-Jnseln ist durch deutsche Missionare ins Leben gerufen worden.
Deutsche Konsulate.
Zum Ressort des General-Konsulats für Niederländisch-Jndien in Batavia gehören: Macassar (Celebes), Konsul, Gouvernement Celebes, Residentschaften Ämboina und Niederländisch-Timor; Menado (Celebes), Vize-Konsul, Residentschaften Menado und Ternate; Samarang (Java), Konsul'), Residentschaften Samarang, Pekalongan, Tegal, Banjoemas, Bagelen, Djokdjakarta, Kedoe, Soerakarta, Madioen, Rembang und Japara; Soerabaya (Java), Konsul, Residentschaften Soerabaya, Kediri, Passoeroean, Probolinggo, Bezoeki(auf Java), Madoera, Bali, Lombok und die Ost- und Südabteilung von Borneo; Medan (Sumatra), Konsul, Residentschaften Sumatras Ostküste und die an der Ostküste gelegenen Teile des Gouvernements Aljeh; Padang (Sumatra), Konsul, Gouvernement Sumatras Westküste und die an der Westküste belegeuen Teile des Gouvernements Atjeh.
VIII. Wna.
(H. Schumacher, Deutschlands Interessen in China, in „Handels- und Machtpolitik", Bd. 2. Stuttg. 1900, S. 187 ff. — D. Kürchhoff, in: Asien II (1903), S. 183 ff, — Klein, Die deutschen Interessen in Shanghai, in: Asien II, 165 ff. — Derselbe, Die deutschen Interessen in Hongkong und Kanton, ebenda, III, Nr. 1 (19V3), S. 11 f. — Derselbe, Deutschland in Ostasien, in: Zeitschrift für Kolonialpolitik, Kolonialrecht und Kolonialwirtschaft VI (1904), S.31ff. — D, Kürchhoff, ebenda V (1903-04), S. 257 ff.)
In ähnlicher Weise wie in Japan, wenn auch natürlich in weit geringerem Maße, hat das Vorbild deutscher Institutionen auch in China die Entwicklung der inneren Verhältnisse beeinflußt. In der Verwaltungsorganisation sind vielfach deutsche Einrichtungen nachgebildet worden, und bei der Reorganisation der chinesischen Armee und Marine sowie bei der Anlage von Festungsbauten haben deutsche Instrukteure in hervorragender Weise mitgewirkt. In der chinesischen Seezollverwaltung , deren Personal etwa zu aus Ausländern besteht, waren im Jahre 1902 von den 209 Beamten des höheren Dienstes 9,5 °/o Deutsche, während aus die Engländer 51, aus die Franzosen 12°/» entfielen. Dies Maß der Beteiligung Deutschlands entspricht wohl vertragsgemäß den Zahlen der offiziellen chinesischen Handelsstatistik, bei deren Mangelhaftigkeit aber keineswegs den wirklichen Verhältnissen.
Für die Stellung der Deutschen ist es bemerkenswert, daß der intimste Vertraute sowohl des verstorbenen Vizekönigs Lihungtschang, der sein Interesse für Deutschland bekanntlich auch durch eine Reise dorthin bekundete, als auch seines bedeutendsten Nebenbuhlers, des Vizekönigs Tschangschitung, Deutsche gewesen sind; und wenn Prinz Heinrich von Preußen das erste Mitglied einer europäischen Herrscherfamilie war, dem es verstattet wurde, dem „Sohn der Sonne" als gleichberechtigt gegenüber zu treten, so mag auch das als ein Zeichen gelten für das Ansehen, welches das Deutschtum gerade in den höchsten Kreisen des Landes damals genoß.
Durch die Erwerbung von Kiautschou ist nicht nur sür die deutschen Handelsinteressen, die weiter unten genauer erörtert werden sollen, ein fester territorialer Stützpunkt, sondern auch eine dauernde Gewähr für unsern politischen Einfluß in Ostasien geschaffen worden, die um so notwendiger für uns war, als sich bereits alle andern Großmächte an der ostasiatischen Küste festgesetzt hatten.
Die Geschäfte werden gegenwärtig vom Generalkonsul in Batavia wahrgenommen.