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Philippinen. Deutsche Konsulate. — Nieoerländisch-Jndien.
Deutsche Konsulate.
(Berufs-)Konsul in Manila; Amtsbezirk: die Philippinen, die Insel Guam der Ladronengruppe und die Gruppe der Sulu-Jnseln. Von ihm ressortieren die gegenwärtig komissarisch verwalteten Vize-Konsulate in Cebu und Jloilo.
sll. Wederländisch-Indien (Insulinde).
(Das wirtschaftliche Asien 1, Nr. 11, 1904.)
Aus den niederländischen Inseln lebten nach der Zahlung vom 31. Dezember 1900 insgesamt 1382 im Deutschen Reich Geborene, und zwar aus Java und Madura 844, in den Außenbesitzungen 538. Sieht man von den 10 996 Holländern ab, so übertrifft damit die Zahl der Deutschen die Gesamtzahl aller sonstigen Europäer, die der Briten sogar um das dreifache. Die meisten Deutschen wirken als Kaufleute, Tabakpflanzer und Apotheker.
An der Einfuhr aus Europa ist Oesterreich-Ungarn hervorragend beteiligt. Die eingeführten Biere sind aber meist deutscher Provenienz; namentlich das Becksche Bier aus den Kaiserbrauereien in Bremen, das Kupper-, Erlanger und Klosterbier ersreuen sich hier großer Beliebtheit. Im Jahre 1903 betrug der Wert der Einsuhr aus Deutschland 3 228 640 Gulden, der Ausfuhr dorthin 1 461 707.^) Sowohl in der Einfuhr wie in der Ausfuhr war im Vergleich mit dem Vorjahr ein Rückgang zu konstatieren.
Dagegen hat sich der Anteil der deutschen Flagge am unmittelbaren Auslandsverkehr in der Zeit von 1899—1902 nahezu verdreisacht; er stieg von 218 110 Reg.-Tons in 1899 auf 358 665 in 1900, 499 324 in 1901 und auf 603 884 im Jahre 1902; damit stand Deutschland hinter der britischen und niederländischen Flagge an dritter Stelle, nahm aber nur 14,2 des Gesamtverkehrs ein. Was die einzelnen Häsen anbetrifft, so liefen im Jahre 1903 ein: in Soerabaya (Java), 58 deutsche Schiffe mit 127 961 Reg.-Tons; in Padang (Sumatra) 21 mit 58 126 und in Macassar 40 mit 87 141 Reg.-Tons.
Die Abteilung Batavia der Deutschen Kolomal-Gesellschast zählt über 100 Mitglieder aus allen Teilen von Niederlä'ndisch-Jndien. In Serdang aus Sumatra besteht eine Ortsgruppe des Alldeutschen Verbandes.
Deutsche Missionen.
Aus Java sind neben sechs niederländischen Missionsgesellschasten auch zwei deutsch-protestantische, die Rheinische und seit 1891 die Neukirchener, tätig. Letztere hat gegenwärtig 7 Stationen und 1273 Christen. Weit umfangreicher ist die Tätigkeit der Rheinischen Missionsgesellschast, die hier seit nunmehr 70 Jahren wirkt. Sie begann im Jahre 1835 aus Borneo, ging 1861 uach Sumatra und 1865 nach der Insel Nias über. Die Arbeit unter den Dajakken aus Borneo hat noch immer nicht zu ausgedehnter Wirkung geführt (jetzt 9 Stationen, 16 Außenstationen, 11 Missionare, 1 Missionsschwester, 1903: 2061 Christen.) Dagegen sind in Sumatra unter den Batakken, namentlich im Tobalande, im Laufe der Zeit fehr erhebliche Erfolge erzielt worden; auch einige hundert Mohammedaner haben das Christentum angenommen. Vor kurzem bestanden 32 Stationen und 205 Außenstationen, mit 48 Missionaren und 12 Mtssionsschwestern (1903: 51 585 Christen und 687 Tausbewerber). In Nias stellen sich ganz allmählich erst Erfolge ein. Jetzt wirken auf 12 Stationen und ebensoviel Außenstationen 19 Missionare. (1903: 6961 Christen und
') Vgl. Deutsches Handelsarchiv 1905. I, 591.