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Handbuch des Deutschtums im Auslande : nebst einem Adressbuch der deutschen Auslandsschulen / hrsg. vom Allgemeinen Deutschen Schulverein zur Erhaltung des Deutschtums im Auslande
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Britische Besitzungen in Hinterindien, Philippinen.

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Staaten auf der Insel Borneo, Britisch-Nord-Borneo (State os NortMorneo), Brunei und Sarawak. Ressort: Penang, Vize-Konsul, die Insel Penang; Sandakan (Borneo), Vize-Konsul, der unter britischer Schutzherrschaft stehende Teil der Insel Borneo.

VI. Wilippinen.

lM. L. Tornow, Die wirtschaft!. Entwicklung der PH., Berlin 1901. Vgl. dazu E- Jung in Deutsche Kolonialztg. 10. Jahrg. (1902), S. 56. Das wirtschafte Asien I, 1903, Nr. 2.)

Schon während der spanischen Herrschaft haben die Deutschen am Wirt­schaftsleben der Philippinen tätigen Anteil genommen; namentlich im Zucker­geschäft und Drogenimport hatten sie früher eine gesicherte Stellung. Infolge der amerikanischen Besitzergreifung hat sich ihre Stellung etwas im ungünstigen Sinne verschoben. Doch mögen allein in Manila auch jetzt noch gegen 75 Deutsche leben/) Die Gesamtzahl der im Deutschen Reiche Geborenen wurde im Jahre 1903 auf 368, die der Reichsangehörigen im Jahre 1904 auf 202 festgestellt.

Auch im Handel ist das amerikanische Element im beständigen Vordringen begriffen, doch wie es scheint mehr auf Kosten Englands als Deutschlands. Von dem wichtigsten Exportartikel, dem Manila-Hanf (Abaca), verbraucht Deutsch­land jährlich nach einer allerdings vagen Schätzung allein 6350000 während die direkte Ausfuhr nach dem ganzen übrigen Kontinent im Jahre 1901 nur 1359281 KZ betrug, wobei noch zu beachten ist, daß Deutschland eine große Menge von Manila-Hanf-Erzeugniffen aus indirektem Wege über England und Frankreich bezieht. Die Destillation und Ausfuhr der einzig auf den Philippinen er­zeugten Mang-Mang-Esfenz, die für die Parfümerie - Industrie von größter Wichtigkeit ist, liegt fast ausschließlich in deutschen Händen. Sonst werden haupt­sächlich noch Kopra, Muscheln, Rohtabak und Zigarren nach Deutschland ex­portiert. Viele Produkte geheu aber nicht direkt nach Deutschland, sondern werden erst in Singapore oder Hongkong angekauft.

Die Einfuhr aus Deutschland besteht vornehmlich in dichten, baumwollenen Geweben, baumwollenen Strumpfwaren, Hüten und Mützen, Nähmaschinen, un­dichten baumwollenen Geweben, Mesferwaren usw. Da sie zum Teil über Hongkong geht, erscheint sie in den offiziellen Statistiken regelmäßig zu niedrig. Im Jahre 1900 betrug sie 7 °/o, und auf dieser Höhe hielt sie sich auch im folgenden Jahre. Der Rückgang im Jahre 1903 erklärt sich aus dem all­gemeinen Rückgang, von dem alle Länder, mit Ausnahme der Reis erzeugenden, ziemlich gleichmäßig betroffen wurden.

Tabelle des deutschen Handelsverkehrs/) (Wert in Dollars.)

190102

1902-03

190304

Einfuhr aus Deutschland

2 357 ooo

1 999 000

1 600 378

Ausfuhr nach Deutschland

76 000

307 000

107 144

Seit einer Reihe von Jahren besteht eine direkte deutsche Dampferver­bindung zwischen Europa und den Philippinen.

') Mitteilung von Herrn vi. L. Rieß in Berlin.

-) Vgl. Deutsches Handelsarchiv 1^4, I, 471; 1905, I, '.