Persien. Afghanistan, — Vorderindien.
213
als bei England. In der deutschen Einfuhr über Buschär wiesen fast alle Artikel einen Rückgang auf; nur in Drogen und Chemikalien, Steingut- und Porzellanwaren erfolgte eine Zunahme. Ueberhaupt zeigen die Werte der deutschen Einfuhr starke Schwankungen. Man sieht daraus, daß diese gerade in den Stapelartikeln, d. h. in billigsten Baumwollengeweben, Metallen (Halbfabrikaten) und Zucker bisher keinen gesicherten Beteiligungssatz hat erlangen können. In schlechten Jahren pflegt sie in demselben Maße zurückzugehen, wie sie sich in günstigeren Zeiten hebt.')
Deutsche Konsulate: Vom Generalkonsulat iu Teheran ressortiert das (Berufs-) Konsulat in Buschär.
In Afghanistan finden sich nur ganz vereinzelt Deutsche; Wirth tras dort vor einigen Jahren einen deutscheu Lehrer und mehrere deutsche Glasbläser an.
n. Worderindien.
(Das wirtschaft!. Asien 1, Nr. !> u. 12 (1904). — I. Richter, Die deutsche Mission in Südindien. Gütersloh 1902. — Kathar. Zitelmann in Unterhaltungsbeil. z. Täal-
Rundschau, 1904, Nr. 266.)
Die Zahl der Deutschen in Britisch-Jndien erscheint im Verhältnis zur Gesamtbevölkerung, die sich aus sast 300 Millionen belauft, sehr gering. Bei der Zählung vom 15. März 1901 wurden als im Deutschen Reich geboren 1696 Personen (gegen 1458 am 26. Februar 1891) ermittelt, die sich folgendermaßen auf die einzelnen Provinzen verteilten (nach Zahn, S. 10):
Männlich
Weiblich
Zusammen
Bengalen.....
250
109
359
Burma......
124
15
149
Bombay......
552
106
658
Madras......
149
90
239
Uebrige Gebiete . , ,
170
121
291
Summe
1255
441
1696
Größere deutsche Kolonien weisen nur Bombay und Calmtta aus. Im Jahre 1904, sür das alle folgenden Zahlenangaben gelten, lebten in Bombay etwa 100 Deutsche, jedoch einschließlich der Oesterreicher und Schweizer, die im dortigen „Deutschen Verein" ungefähr ein Drittel ausmachen. Eine blühende deutsche Kolonie befindet sich in der Hauptstadt Caleutta; es besteht ein Klub, der, die Damen mit eingerechnet, 90 Mitglieder hat, und eine Verteilungsstelle des Deutschen Flottenvereins. Die dortigen deutschen Handelshäuser, die namentlich Baumwolle und Häute exportieren, genießen großes Ansehen. Die deutsch- evangelische Seemannsmission unterhält ein Seemannsheim sür deutsche und skandinavische Seeleute. In Madras wohnen jetzt kaum noch mehr als 14 Deutsche; sie haben untereinander keinen gesellschaftlichen Zusammenhang, wie sich denn ein Klub hier ebensowenig hat halten können wie in Bombay. — Von Benares, wo in englischen Diensten auch ein deutscher Architekt steht, und Lahore abgesehen, leben die übrigen Deutscheu ganz zerstreut; und zwar gehören, während es sich in den vorher genannten Orten in der Hauptsache um Kaufleute handelt, die sonstigen Deutschen vorwiegend den liberalen Berufen an: mehrere Deutsche wirken als Professoren an den Universitäten und höheren Lehranstalten; vor-
') Vgl. Deutsches Handelsarchiv 1905, II, 657.