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Handbuch des Deutschtums im Auslande : nebst einem Adressbuch der deutschen Auslandsschulen / hrsg. vom Allgemeinen Deutschen Schulverein zur Erhaltung des Deutschtums im Auslande
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182
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182 Europäisches Rußland, Teutsche Siedlungen im übrigen Rußland. 0. Deutsche Siedlungen im übrigen Rußland. 1. Klein- und

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Wie es heute mit der deutschen Sprache steht, war nicht zu ermitteln.

Die Kolonien Nikolajewsky und Alexandrowsky im Gouvernement Olonetz lGroßrnßland) wurden 1835 und 1836 von 91 deutschen Familien aus dem Petersburger Bezirk angelegt. Das Kirchspiel Haroslow entstand 1862.

2. Die Wolga-Kolonien.

Am 22. Juli 1763 erließ Katharina II. ein Manifest zur Berufung fremder Kolonisten in die menschenleeren und wüsten südlichen Provinzen des Reiches, um durch die herbeiströmenden Ausländer neue landwirtschaftliche Kennt­nisse und Industrie unter ihren Untertanen zu verbreiten. Die Kaiserin, deren Wiege in Stettin gestanden hatte und die eine deutsche Fürstentochter aus dem Haui'e Anhalt-Zerbst war, hatte dabei hauptsächlich Deutsche im Sinne. Sie kamen aus Holstein und Westfalen, aus Hessen, Baden, Württemberg und der Pfalz, aus Bayern, Tirol, Sachsen, Schlesien und Ostpreußen, wie aus Holland, dem Elsaß und der Schweiz.

Anfangs freilich entsprachen die neuen Ansiedler nicht den Hoffnungen, die man auf sie gesetzt hatte, denn in der alten Heimat hatte man mit Fleiß jeden Arbeiisicheuen abgestoßen, der nun an der Wolga ohne Mühsal schnell reich werden wollte. Mit den Russen und Kirgisen gab es bald Reibereien, die Zu blutigen Metzeleien führten. So entstand das Heimweh und der Entschluß zur Heimreise, die aber, der sittlichen Beschaffenheit dieser Kolonisten entsprechend, nicht früher angetreten werden sollte, ehe in wochenlangen Festen alle Vorräte verzehrt waren. Ein Teil wurde aus der Wanderung von Russen und Tataren beraubt und erschlagen, einen andern Zug trieben Kosaken zurück, und die Regierung 5wang die Leute nunmehr zur Arbeit. Sie lernten arbeiten und brachten etwas vor sich,gleich als ob sie ihre arbeitsscheue Vergangenheit begraben hätten".

Die Zahl der ersten Einwanderer betrug etwa 25000, die sich in den 140 Jahren mehr als verzehnfacht haben. Die Stammkolonien, die man aus Fnrcht vor den Kirgisen und Tataren so eng beieinander angelegt hatte, daß der Weg ur Ernte und zur Bestellung oft an 100 Km weit war, entsandten auf beiden Seiten der Wolga, auf der Bergseite und der Wiesenseite, Tochtersiedelungen flußabwärts, die auf dem jungfräulichen Boden bewundernswert blühten. Die reichste der Wolgakolonien ist heute Sarepta, infolge des Handels mit Sareptasenf und Sarevtabalsam; sie trägt noch völlig den Charakter einer Brüdergemeinde.^)

Tie inneren Einrichtungen der Kolonien spiegeln die Verhältnisse der alten Heimat wieder: an der Spitze steht ein aus der Mitte der Bauern heraus gewählter Schulze. Die nächste Instanz ist das Kreisamt, die höchste das Kontor für ausländische Ansiedler in Saratow. In keinem Dorfe fehlt die Kirche oder wenigstens das Schulhaus, in dem der Pastor der nächsten Ortschaft Gottesdienst abhält.

Das Verzeichnis der evang.-luth. Gemeinden f. u. Abschnitt v unter dem St. Petersburger Konsistorialbezirk.

c.. Schultz-Tornau,Blätter für Belehrung, Beilaqe derLeipziger

Neueren Nachrichten", 1901, 16. Tezbr., Nr. 50. ^ ^ - ^