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Handbuch des Deutschtums im Auslande : nebst einem Adressbuch der deutschen Auslandsschulen / hrsg. vom Allgemeinen Deutschen Schulverein zur Erhaltung des Deutschtums im Auslande
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Griechenland, - Serbien,

deutsche Schule in der Hauptstadt eröffnet; seit 1898 ist sie am Nordabhang des Lnkabettos in einem eigenen Gebäude untergebracht (s. T. II).

An Vereinen bestehen in Athen die deutsche GesellschaftPhiladelphia" mit 100 Mitgliedern seit 68 Jahren und neuerdings außer dem erwähnten Schul­verein ein Turn- und je ein deutscher und schweizer Hilfsverein. Der Deutsche Flottenverein hat Ortsgruppen bezw. Verteilungsstellen in Athen, Laurium, Patras und auf den Inseln Limni und Korfu.

Deutsche Zeitungen und Theater gibt es nicht.

Deutsche Konsulate.

Athen, (Berufs-) General-Konsul (z. Zt. Geh. Reg.-Rat vi-. Luders), Königreich Griechenland. Kalamata, Konsul, Kalamata und südlicher Peloponnes. Korfu, Konsul, Korfu, Paxos, Kephalonia, Santa Maura, Jthaka, Stadt Arta und Epiros; mit Vizekonsul in Kephalonia. Laurion, Konsular-Agent. Patras, Konsul, Patras, Golf von Levanto, Küste von Akarnanien bis zum Golf von Arta und der nördliche Peloponnes, mit Vize-Konsul in Zante nebst Cerigo. Piräus, Konsul, Piräus. Syra, Konsul, Kykladen und Griechische Sporaden. Thera, Konsular-Agent. Volo, Konsul, Thessalien.

Serbien.

-Nach W. Groos,Deutsche Belange in Serbien", in Dtsch. Erde IV, 1518).

^. Sprachenverhttltnisse.

1. An Reichsdeutschen wurden im Jahre 1900 gezahlt 379 Reichs­angehörige (gegen 337 im Jahre 1890) und 441 Reichsbürtige (gegen 368 im Jahre 1890); doch ist die Zahl 441 zu niedrig, da von 191 Reichsangehörigen das Geburtsland ebenso wie der Beruf und die Religion nicht ermittelt werden konnten, jedenfalls aber der größte Teil von ihnen Reichsbürtige find.^) Die Zahl der Deutschen im weiteren Sinne betrug im Jahre 1895 6400, bei der letzten Zählung bereits 7494. Von ihnen wohnten 6656 in Städten, meist in Belgrad, und nur 838 in Landgemeinden, leider zum größten Teil ohne deutschen Unter­richt sür die Kinder, denn den gibt es nur in Belgrad. Unter den 7494 Deutschen waren^'nur 352 im Deutschen Reich geboren, und auch von diesen wohnt der weitaus größte Teil, 311, in Städten.

Deutsche Handwerker sind die ersten gewesen, die über die Siedlungen deutscher Bauern in Südungarn hinaus in die Balkanhalbinsel eindrangen. Der deutsche Kausmann, der Industrielle und neuerdings der Techniker sind ihnen erst gefolgt, das Großkapital bis jetzt nur in sehr bescheidener Weise, Ein außerordentlich anschauliches Bild von der Verbreitung der Deutschen in Serbien entwirft W. Groos a. a. O., indem er eine Reise von der Hauptstadt aufs Land schildert:

Da machte am ersten Abend in der einsam gelegenen Mehana ein junger Serbe den Vermittler, der vom Studium der Staatswissenschaften in Leipzig heimkehrte. In Kragujewatz, dem damaligen Sitz der Skuvschtina, der National­versammlung, ging es noch leichter, die Wirtin und der Oberkellner Milan, Banater, verstanden deutsch, ebenso ein Teil der Tischgesellschaft, meist Ab­geordnete, und die Offiziere, die in der Geschützgießerei und in den Werkstätten sür das Heer die Aufsicht führten; in Milanowatz tauchte aus einer Hinterecke des Wirtschaftszimmers ein Banater Schwabe der Barbier auf, als wir

Zahn a. a. O. S- 9* und