Vereine, Konsulate. — Balkanländer. Rumänien.
153
v. Deutsche Vereine.
Besonders zahlreich sind die Ortsgruppen bezw. Verteilungsstellen des Deutschen Flottenvereins in Spanien: Barcelona, Bilbao, Cadiz, La Coruna, Granada, Huelva, Leon, Mülaga, Palamos, San Sebastiün, Santander, Sevilla, Taragona; in Portugal Lissabon und Ovorto. — Der Alldeutsche Verband hat eine Ortsgruppe in Huelva. Der deutsche Turnverein in Madrid zählt 151 Mitglieder (1903).
Deutsche Zeitungen und Theater gibt es nicht.
L. Deutsche Konsulate.
In Spanien: Barcelona, Berufs-General-Konsul (z. Zt. General-Konsul von Hartmann) sür das ganze Königreich Spanien. Ihm unterstehen Konsulate in Alicante (mit Konsular-Agenten in Denia und Torrevieja), Almeria (mit Konsularagent in Garrucha), Bilbao, Cadiz, Cartagena, Coruna (mit Konsularagent in Coreubion), Ferrol, Gijon, Granada, Huelva, Jerez, Madrid (Beruss-Konsulat), Mahon, Mülaga, Palma de Mallorca, San Feliü de Guixols, Port Bou (Konsularagent), San Sebastian, Jrun (Konsularagent), Santander, Sevilla, Tarragona, Valencia, Vigo, Zaragoza.
In Portugal: Lissabon ist Sitz des Generalkonsuls (z. Zt. H. Daehn- hardt); ihm unterstehen: Fanal, Flores (Konsularagent), Porto, San Miguel (Azoren), Setubal (Konsularagent), Terceira (Azoren), Villa Nova de Portimao, Villa Real de St. Antonio.
(!),-. Hans Schulz, Steglitz, unter Mitwirkung von vr. ml>d, Hano Leyden, Wilmciodorf.)
Aie MalKantimder.
Rumänien.
^ Geschichtliches.
1. Das Fürstentum Moldau, der nordöstliche Teil Rumäniens, entstand um die Mitte des 14. Jahrhunderts, nachdem Ludwig I. von Ungarn durch die siebenbürgischen Sachsen die Tataren am Ostabhang der Karpathen hatte vertreiben lassen. So erklärt sich der reiche Zuzug von Deutschen, der aus Siebenbürgen und dem ungarischen Reiche stattgesunden hat. Die Stadt Neamz (^Deutsch) deutet schon durch ihren Namen auf dieseu Ursprung; die Städte der Moldau wurden nach dem Muster der deutschen Siebenbürgens eingerichtet, wie ein in deutscher Sprache abgefaßtes, höchst interessantes Schreiben der deutschen Stadtvertretung von Suczawa in der Bukowina vom 15. Juni 1473 zeigt. Auch der katholische Glaube wurde durch Deutsche ausgebreitet, um 1370 wirkten die Missionare Paul von Schwidnitz und Nikolaus Mehlsack. Angehörige der sächsischen Nation traten in enge Beziehungen zu den moldauischen Fürsten; im 16. Jahrhundert herrschte ein Fürst mit dem Beinamen „der Sachse". Die Deutschen wurden auch als Söldner geschätzt: als um 1560 ein Herrscher von seinen Untertanen in Suczawa bedrängt wurde und alle Truppen von ihm abfielen, blieben nur die deutschen Söldner treu; die erbitterten Moldauer ermordeten damals die Deutschen in Suczawa und ebenso die deutsche Besatzung der Burg. Unzweifelhaft waren auch deutsche Kaufleute und Handwerker in der Moldau tätig, schon im Jahre 1407 werden in einer Zollurkunde deutsche