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Was Afrika mir gab und nahm : Erlebnisse einer deutschen Ansiedlerfrau in Südwestafrika / von Margarethe v. Eckenbrecher
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156 Okomlmhe

9. Gartenbau.

Im ersten Jahre beschränkten wir uns nur auf das im Rivier gelegene Stück Gartenland, das uns der Häuptling Cornelius zu­gewiesen hatte. Themis pflügte das Land erst um, dann arbeiteten fünfzehn Weiber drei Tage lang, um das Unkraut, das Queckgras, und die wilden Baumwollsträucher herauszujäten. Nun wurde das Feld mit Ochsen- und Ziegenmist gedüngt und wieder umgepflügt.

Nachdem der Boden auf diese Weise gut vorbereitet war, legten wir die Beete an. In die eine Ecke des Gartens kamen die Saak- beete für Salat, Kohl, Tomaten und Eierfrucht. In der Nähe dieser Beete wurde ein Wasserloch gegraben. Ein anderes befand sich in der Mitte des Gartens, um das herum die Beete für Melonen, Kürbisse und Gurken lagen. Die drittePütz" lag am anderen Ende des Gartens und speiste Bohnen, Erbsen, Radieschen, Kohlrüben, Küchen­kräuter und die bereits aus den Saatbeeten versetzten Pflanzen.

Die Beete wurden tief angelegt mit hohen Rändern, damit sich die Feuchtigkeit besser darin halten kann. Das Gießen allein wäre sehr beschwerlich gewesen. Deshalb wurden Rieselgräben gezogen, die in Verbindung mit den Beeten standen. Je nach Bedarf konnten wir das Wasser in dieselben leiten.

Mit Kartoffeln machten wir auch Versuche, behäufelten eine Reihe gar nicht, die zweite wenig und die dritte stark. Die nicht be­häufelten ergaben die meisten Knollen. Mais und Weizen bauten wir nicht, weil wir sie billig von den Eingeborenen eintauschen konnten.

Mit dem Garten hatten wir viele Arbeit. Wir mußten ständig darin mitarbeiten, weil sonst die Pflanzen nicht genügend begossen wurden, hatten dasür aber auch die Freude, schönes Gemüse auf unserem Tisch zu sehen.

Das Gemüse, das wir nicht verbrauchten, trocknete ich, kurz ent­schlossen, an der Luft, indem ich es in Streifen schnitt. Ich hütete es aber vor der grellen Sonne, damit es nicht die Farbe verlöre. Wenn es ganz trocken war, packte ich es in dünne Leinensäcke und hängte es an der Decke meiner Speisekammer auf. Wir hatten in der kalten