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Was Afrika mir gab und nahm : Erlebnisse einer deutschen Ansiedlerfrau in Südwestafrika / von Margarethe v. Eckenbrecher
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Viehzucht. Gui-Gams 1Z5

8. Gui-Gams.

Ich erwähnte bereits, daß wir im ersten Jahre mit der Damara- Guano-Compagnie in Cape Croß in geschäftlichen Beziehungen standen. Viele Farmer bemühten sich, ihr überflüssiges Vieh nach dorthin zu verkaufen, weil der Manager Mr. Elers im Rufe stand, die besten Preise zu bezahlen. Von den meisten Händlern und Groß­händlern konnte man das nicht behaupten. Während die Händler ' zwischen 25 bis 33 Pf. für das Lebendgewicht gaben, bekamen wir bei Elers 40 Pf., und das war nicht zu unterschätzen. Aus dem Grunde waren wir sehr froh, daß er uns unser Schlachtvieh abnehmen wollte. Wir verabredeten brieflich, daß wir das Vieh zwei Drittel des Weges von Cape Croß bis nach seinem Viehposten Gui-Gams bringen woll­ten, wo er die Absicht hatte, uns zu treffen. Die Gegend war mir als besonders schön gerühmt. Außerdem lag mir daran, das Omaruru- rivier, an dessen Ufern entlang fast ständig der Weg führte, kennen zu lernen. Deshalb begleitete ich meinen Mann auf der beschwerlichen Reise. Wäre er allein gewesen, so hätte er sie zu Pferd gemacht. Meinetwegen entschloß er sich zur Ochsenkarre, die zwar langsamer, aber gemütlicher ist.

Da ich nicht viel Zeit hatte, so wurden die Vorbereitungen zur Reise in größter Eile betrieben. Mein Mann ließ die Karre schmieren, das Treckgut nachsehen, für die Peitsche neuen Vorschlag aus Kudu- fell schneiden usw. Ich maß Mehl, Reis, Salz, Kaffee, Tee ab, backte Brot, richtete mir in Dosen und Büchschen eine kleine Speisekammer ein und packte die Vorkiste mit den nötigen- und Küchengeschirren. Gemeinsam putzten wir die Gewehre, sahen die Kugelpatronen nach und fertigten Schrotpatronen.

NiKd edio sahen wir nicht aus in unserem Reisekostüm. Mein Mann im dunkelblauen Leinenhemd, eine Cordhose mit neunzehn Flicken, die ich ihm voller Liebe daraufgesetzt, Feldschuhe aus unge-