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Was Afrika mir gab und nahm : Erlebnisse einer deutschen Ansiedlerfrau in Südwestafrika / von Margarethe v. Eckenbrecher
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Karibik

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Khan-Gebirge herumzulegen. Wenngleich die Anlage kostspieliger wurde, so entgingen dadurch doch die Gleise der Gefahr des Hinweg- gespültwerdens durch den abkommenden Fluß.

In Jakalswater, das wir gegen 2 Uhr erreichten, gab's die er­sehnte Mittagspause und ein leidlich gutes, telegraphisch vorher be­stelltes Essen.

Das Reisen hatte allmählich aufgehört, ein Genuß zu sein. Glühend heiß, staubig, daß die Augen brannten, durstig, ohne Er­quickung erlangen zu können, die Maschine sehr geräuschvoll klappernd, und dabei hin und her gerüttelt, daß man Gefahr lief, irgend jemand anderem auf den Schoß zu fallen, so ging's stunden­lang vorwärts.

Die ganze Gegend, die wir durcheilten, erinnerte an ein Hoch­gebirge mit Schluchten, Felsen, Klüften, die eines Menschen Fuß kaum zu betreten wagt. Im Vorbeifahren sahen wir eine Herde Straußen, Springböcke, auf einem Felsen eine Pavianfamilie. Dann plötzlich mit purpurnem Schimmer senkte sich die afrikanische Nacht hernieder. In lichtem Glänze flimmerten die Sterne und schienen viel näher und viel größer zu sein als in der Heimat.

Kurz nach 9 Uhr hielten wir in Karibik, der Endstation unserer Reise. Wir waren froh, den ermüdenden Reisetag hinter uns zu haben. Hungrig, durstig, über alle Begriffe staubig, wie gerädert, mit dröhnendem Kopfe war ich froh, als ich in dem schmalen Bett im Hotel Kahl mein müdes Haupt zur Ruhe legen konnte.

9. Karibib.

Karibik, ist der bedeutendste Ort auf der Strecke Swakopmund Windhuk. Auch dieser Platz ist sehr schnell entstanden. Noch im Jahre 1899 war der Grund und Boden der heutigen Stadt gänzlich Wildnis. Versteckt unter Kameldornbäumen stand nur ein einziges Farmhaus, das Eigentum des ehemaligen Missionshandwerkers Häl- bich war und von dessen Sohn bewohnt wurde. Zu dieser Farm gehört meilenweit die Umgegend von Karibik.