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Was Afrika mir gab und nahm : Erlebnisse einer deutschen Ansiedlerfrau in Südwestafrika / von Margarethe v. Eckenbrecher
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40 Die Ausreise

Trotz der Schlingerleisten wurden die Tische mehrmals abgedeckt, und selbst auf den am Fußboden festgeschraubten Stühlen saß man nicht immer gemütlich. Manchmal war es so schlimm, daß wir nicht an Deck bleiben durften, und in den Kabinen wurden die Bullaugen festgefchlossen gehalten, der gewaltigen Sturzseen wegen. Der Eduard" schlingerte und rollte, die Schraubenflügel arbeiteten knat­ternd in der Luft. Viele der Passagiere wurden wieder seekrank, und Neptun erfreute sich manch eiliger Opfer.

Ungefähr kann man ermessen, wie sehr wir uns nach Swakop- mund sehnten.

Zwar ließ der Sturm nach drei Tagen nach. Dafür setzte aber Nebel ein, so dicht und undurchdringlich, daß nicht die Hand vor Augen zu sehen war. Fortwährend ertönte die Sirene, und der Kapitän hatte große Angst, wir könnten an Swakopmund vorbeifahren. Da auf ein­mal hob sich der Nebel, und im Sonnenschein lag Swakopmund vor uns, und wir an Bord waren wie von Sinnen. Mari umarmte ein­ander, tanzte, schrie und lachte. Natürlich wollten wir alle sofort an Land. Aber von Swakopmund kam das Signal, die Landung sei un­möglich der Brandung wegen. Bis zu uns klang ihr Donnern und Tosen.

Damals geschah noch die Landung in der alten Weise mit Hilfe der Kruboys in den kleinen Brandungsbooten. Die Mole war noch nicht fertig.

Noch ehe ihr Bau beendet war, gab es bereits viele Stimmen, die an ihrer Tüchtigkeit von vornherein zweifelten. Manche Versehen und Fehler suchte man damals schon ihren verschiedenen Erbauern zu be­weisen.

7. Swakopmund.

Swakopmund im Sonnenschein sah freundlich und verheißungs­voll aus. Zur Bewillkommnung unseres Dampfers wehten Flaggen auf vielen Häusern. Hell hoben sie sich von den dunklen Dünen ab. Freudig gestimmten Herzens warteten wir darauf, an Land zu kom­men. Lange mußten wir warten. Wir standen an der Railing und