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Borwort.
Die Eisenbahnen sind nicht der einzige, Wohl aber ein sehr wichtiger Faktor in der wirtschaftlichen Erschließung Afrikas. Produktion, Handel und Verkehr, geschützt und gefördert durch die staatliche Verwaltung, müssen bei dieser Aufgabe zusammen wirken.
Es liegt nahe, daß die Produktionsfrage in erster Linie interessiert, da von der Produktion ja auch Handel und Verkehr abhängig sind. Auch bei uns werden die Produktionsmöglichkeiten in unsern afrikanischen Kolonien seit einer Reihe von Jahren besonders eingehend bearbeitet, und es liegt hierüber bereits eine Fülle von Material vor. Treffend hat Professor Wohltmann-Halle, der Herausgeber des „Tropenpflanzer", — einer von dem hochverdienten kolonialwirtschaftlichen Komitee eigens der Produktion unserer Kolonien gewidmeten Zeitschrift — in seinem letzten Jahresrückblick die Bedeutung der kolonialen Produktionsfrage und die Aufgaben, die uns auf diesem Gebiete noch gestellt sind, gewürdigt.
Der zweite Faktor der kolonialwirtschaftlichen Entwicklung, der Handel tritt weniger hervor mit Fragen und Problemen, wenngleich auch er solche hat' er folgt mehr der Entwicklung der Produktion und hilft sich im allgemeinen selbst.
Aber sowohl Produktion, wie Handel kommen an einen toten Punkt, wenn die Lösung der Verkehrsfrage nicht gleichen Schritt hält. Es kommt dann die Zeit, da die Produktionsfrage zunächst hinter der Verkehrsfrage zurücktritt, und in diesem Stadium befindet sich sowohl ein großer Teil Afrikas im allgemeinen, wie der deutschen Besitzungen dortselbst im besonderen. Dabei wächst die Notwendigkeit der Verkehrsmittel mit der Bedeutung der Ausdehnung, die ein Gebiet hat, der Entfernungen, die es aufweist. Napoleon I. sagte: „^lo v.6 rsArottsrai j3.ma.i8 uns äspsuss, cM aura xour r6su1ta.t äs fa-irs äisparaitrs l'ineouvönisiit, dos dista.ii- 068. ?1u8 l'smm're sst V3,3to, xlus 00. äoit äonner ä'atwiitiou g,ux Arand8 mo^6ii8 äs eommuniea-tioii." Freilich mit so allgemeinen Argumenten allein, sozusagen mit einem Federstrich, kann Wohl ein kühner Eroberer, aber nicht eine Staatsverwaltung, die vor praktische Aufgaben in ihren afrikanischen Kolonien gestellt ist, die Verkehrssrage lösen.
Die nachfolgende Untersuchung über die afrikanischen Eisenbahnen soll nun gerade und zwar ausschließlich diesem Zwecke dienen, einer zielbewußten Verkehrspolitik in den deutschen Schutzgebieten Afrikas Tatsachenmaterial und Gesichtspunkte zu liefern, ohne für ein bestimmtes, verkehrspolitisches Programm in unseren Schutzgebieten im einzelnen einzutreten. Wenn auch für die deutschen Kolonien, ebenso wie für die übrigen afrikanischen Länder, die Projekte von Eisenbahnen, welche zurzeit von privater Seite oder auch von den Verwaltungen der Schutz-