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West-Afrika / von Moritz Schanz
Entstehung
Seite
271
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und Tabak geeignet, während im Savannengebiet des oberen Kongo, im Distrikt der Stanley-Fälle, des oberen Uslle und des Aruwimi, die Viehzucht gnte Re­sultate giebt. Der Alluvialboden und die dicke Humusschicht der Wälder des übrigen Gebiets sollen jeder Art von Kolonialkulturen reichen Ertrag sichern.

Bislang ist das Programm gewesen: Raubbau im Innern, um das viele in das Unternehmen gesteckte Geld bald zu verzinsen; Nachbau am Kongo.

Das wichtigste Produkt ist, wie wir bereits sahen, der vielfach unter schreienden Mißständen gewonnene

Kautschuk, von dem große Mengen aus dem Äquatorialdistrikt kommen; dann folgen die Bezirke Kassai, Bangcila und Stcmley-Fälle, aber auch vom Uklle, Arnwimi und Lualaba kommen schon nennenswerte Quantitäten, während in deu küstennahen Gebieten die Hauptkautschukpflanze, die Landolphia-Liane, schon seltener wird. Die Gewinnung von Kautschuk und anderen Pflanzenprodukten, wie Nutzhölzern, ist laut Dekret vom 17. Oktober 1889 nur auf Grund von besonderen Konzessionen gestattet; dagegen wurde den Eingeborenen durch Dekret vom 5. Oktober 1892 die Erlaubnis gegeben, in den Gegenden, wo sie vor dem 1. Juli 1885 Kautschuk ernteten und damit Handel trieben, auch in Zukunft so zu verfahren, wie bisher. Während der Staat in seinen Domänen bis vor kurzemsouveränen" Raubbau trieb, hat ein Dekret vom 22. März 1899 Ver­ordnungen über Anpflanzung von Gummibäumen und Gnmmilianen in den Staatsforsten erlassen, und auch die Privatunternehmer sind verpflichtet, alljähr­lich eine der erbeuteten Masse Kautschuk entsprechende Anzahl junger Pflanzen anzubauen. Bislaug sind etwa 3 Millionen Pflanzen gesetzt worden. Eine Ver­ordnung vom Jahre 1892 schreibt bereits vor, daß die Kautschukgewiuuuug uur mittels Einschnitts in die Bäume gestattet ist, uud um dem Raubbau in Kaut­schuk entgegenzutreten, sollen laut königlichem Dekret ab 1. Januar 1903 für jede Tonne Kautschuk, die man in den Waldungen der Staatsdomänen gewinnt, jährlich 500 Stück Kautschukbäume oder Lianen neu ausgepflanzt werden.

Ölpalmen sind in großen Hainen vertreten, uud zwar stammen die zur Ausfuhr kommenden Palmkerne und das Palmöl hauptsächlich aus den küsten­nahen Gebieten, weiter oben sind die Eingeborenen noch nicht zu dereu Gewiuuuug für Handelszwecke gelangt.

Kaffee ist in wildem Znstand und kultiviert vorhanden und zwar wurde die erste Pflanzung schon 1884 bei Leovoldville angelegt. Im Jahre 1899 zählte man bereits gegen drei Millionen Bäume iu deu Plautageu, während

Kakao, von Amerika eingeführt, im gleichen Jahre 386000 Bäume aufwies.

Tabak wird namentlich von der Antwerpener ^ssoeiation poni la. eultnis äk8 taba.es kultiviert.