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Kongobahn-Gesellschaft mit einem Kapital von 25 Millionen Francs, wovon 10 Millionen durch die belgische Regierung, der Rest von belgischen, englischen und deutschen Finanzinstituten zur Emission übernommen wurden, und man begann im Jahre 1890 mit dem Bau der 398 Km laugen Bahu zwischen Matadi und Leopoldville am Stanley Pool, wo der Übergang von Bahn zu Dampfer stattfindet. Die Hauptschwierigkeiten beim Bau der mit einer Sparbreite von 75 Centimeter angelegten Bahn lagen am Anfang der Linie, wo auf einer Strecke von 7 Km Länge 221 m zu ersteigen sind und sodann beim Abstieg znm Stanley Pool; der höchste Punkt der Bahn liegt 745 m über Meereshöhe und in ihrem Zuge wurden zahlreiche Brücken nötig. Trotzdem zeitweilig 9000 Arbeiter an der Bahn beschäftigt waren, schritt der Bau doch nur langsam voran, und Ende 1893 konnten nach zahllosen Schwierigkeiten aller Art erst 42 Km dem Betrieb übergeben werden; dann wurde die Weiterarbeit allerdings leichter und es handelte sich nur um die Aufbringung weiterer Geldmittel, da das Grundkapital viel zu niedrig bemessen war. Das belgische Parlament erhöhte 1896 die staatliche Subskription von 10 auf 15 Millionen und bewilligte die Übernahme der Bürgschaft für Emission von weiteren 10 Millionen, nachdem die belgischen Finanzinstitute bereits 1894 eine Anleihe von 6 Millionen aufgebracht; und als die Bahn am 1. August 1897 bis zum Jnkissi eröffnet war, konnten die noch fehlenden 15 Millionen zur Vollendung des Bahnbaues leicht aufgenommen werden. So belaufen sich deun die Gesamtkosten der Bahn, welche am 2. Juli 1898 auf ihrer ganzeu Länge dem Verkehr übergeben werden konnte, auf 60 Millionen Francs oder 150000 Francs auf den Kilometer. Das Aktienkapital beträgt 30 Millionen Francs, daneben sind Nominal 45 Millionen Obligationen ausgegeben, welche mit 3, 4 und 4zu verzinsen sind. Wöchentlich verkehren in jeder Richtung drei Züge mit einer mittleren Geschwindigkeit von 23 Km, und wenn auch die Fahrpreise hohe sind — Europäer bezahlen für die Strecke Matadi — Pool 500 Francs, Eingeborene in 3. Klasse 50 Francs, aber nur die Hälfte dieses Satzes, wenn 30 oder mehr derselben im Dienste eines Herren stehen — so zahlt man dieselben angesichts der großartigen Verkehrserleichterung gern. Die Frachtsätze für Güterbeförderung betragen für eine Kilometertonne bei Einfuhrgütern und Elfenbein Francs 2,50, Salz 1,25, Kautschuk 1—, Kaffee 0,70, Palmkerue und Holz 0,25. Die Einnahmen der Bahn im ersten vollen Betriebsjahr beliefen sich bereits auf über 19 Millionen, ergaben damit eine Verzinsung des Anlagekapitals von 3,88°/<, und der Reingewinn des Jahres 1899/1900 betrug 8 Millionen, verteilt wie folgt: Auf die 24000 a-otions äs ea-xital, welche sich sämtlich im Besitze des Staates befinden, 420000 Francs; auf die 36000 aetions oräluairss 4474800 Fraucs; auf die 4800 Gründeranteile 2032000 Francs. Angesichts dieses großen Verkehrs hat man im Jahre 1901 ein Abkommen getroffen, wonach die Kongobahn ihre Tarife um 25°/g herabsetzt, die Regierung des Kongostaats dagegen auf das Recht verzichtet, die Bahu nach 15 Jahren zurückkaufen zu dürfen. Der Reingewinn