welche mit 4°/g zu verzinsen und in 99 Jahren rückzahlbar ist und die Fortsetzung und gedeihliche Entwickelung der öffentlichen Arbeiten in: Kongostnat und die Inangriffnahme neuer Arbeiten ermöglichen soll. An früheren Anleihen hat der Kongostaat aufgenommen: im Jahre 1888 laut Gesetz vom 29. April 1887 150 Millouen Francs zu 5°/g, in 99 Jahren amortisierbar; 1896 ein 4 prozentiges Anlehen von 1^, 1898 ein solches von 12'/g Millionen Francs. Ferner gewährte der belgische Staat dem Kongostaat im Jahre 1890 ein Darlehen von 25 Millionen mit der Bestimmung, daß dieser Betrag auf den eventuellen Kaufpreis in Anrechnung zu bringen sei; von diesen 25 Millionen sind 5 Millionen gleich nach der Genehmigung, je 2 Millionen im Laufe der nächsten 10 Jahre ausbezahlt worden. Im Jahre 1895 gewährte der belgische Staat dem Kongostaat weitere 2 Darlehen in der Höhe von zusammen 6,8 Millionen Francs. Außerdem hat der belgische Staat bei der Kongobahn eine Garantie von 12 Millionen übernommen.
König Leopold II. selbst soll zeitweilig mehr als 28 Millionen Francs seiner Privatmittel im Kongo-Unternehmen angelegt, inzwischen aber Gewinne erzielt haben, die das Doppelte dieses Betrags bei Weitem übersteigen.
Was den Verkehr anbelangt, so ist der Kongostaat wie kein zweites Land in Afrika durch einen großen Reichtum an natürlichen Wasserstraßen ausgezeichnet, die von den betriebsamen und handelseifrigen Anwohnern fleißig befahren werden, und auch die Europäer haben sich begreiflicherweise zunächst auf die Benutzung dieser Wasserwege beschränkt, deren schiffbare Länge ungefähr 18000 Km beträgt. Der erste Flußdampfer wurde 1881 von Stanley uuter großen Schwierigkeiten über Land nach dem mittleren Kongo gebracht, im Jahre 1899 bestand die Dampferflotille auf dem unteren Kongo aus 5, auf dem oberen Kongo und seinen Nebenflüssen bereits aus 44, bis zu 150 Tons großen Dampfern, die sämtlich hinreichend bewaffnet sind, um den Angriffen der Eingeborenen wirksam entgegentreten zu können, uud daneben gibt es eine Reihe bis zu 350 Tous großer Fracht-Barken. Im Jahre 1901 war die Zahl der Dampfer oberhalb Stanley Pool bereits auf 103 gestiegen, wovon 19 belgischen Gesellschaften, 39 den Franzosen und nur 2 den Deutschen gehörten. Am mittleren Kongo sind vom Gouveruemeut an drei Stellen Holzdepots angelegt worden, um deu Dampfern Feuerungsmaterial zu liefern. Auch oberhalb der Stanley-Fälle verkehrt bereits regelmäßig der große Dampfer „Baron Dhanis", und der Staat beabsichtigt, auch hier eiue größere Anzahl weiterer Dampfschiffe in Dienst zu stellen.
Seeschiffe bis 7 Meter Tiefgang können jederzeit bis nach Matadi gelangen uud hier schloß sich nun bis vor Kurzem der mühsame Trägertransport bis zum Stanley Pool an, da die Kataraktenstrecke einen durchgehenden Verkehr auf dem Wasserweg leider unmöglich macht. Es lag nahe, diese schwierige Stelle durch eine Eisenbahn zu umgehen und so bildete sich denn schon am 31. Juli 1889 die