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West-Afrika / von Moritz Schanz
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(24), Winuebah (21), Addah (18), Quittah (17), Secondi (11), Andere Apollonia, Dixcove, Elmina, Barraku u. s. w. mit 23 Tausend Pfund Zoll­einnahmen in 1899.

Die Hauptposteu der Ausfuhr im gleichen Jahre betrugen 5,5 Millionen Pfnnd Kautschuk im Werte von 555000 3^ Millionen Gallonen Palmol ^ 183000 12600 Tons Palmkerne 106000 12 Millionen Fuß Nutz­holz 87000 Kolanüsse, die besten Westafrikas, meist nach Lagos gehend, 57000 Gold 51000 Kakao 16000 Affenfelle, sehr zurückgegangen, 1894 noch 41000, jetzt nur noch 6000 ferner etwas Kopra und Kaffee. Der Rückgang der Ausfuhr im Jahre 1900 eutfällt überwiegend auf Kautschuk uud erklärt sich teilweise aus den Aschanti-Unruhen, cmdernteils aber daraus, daß der aus dem Hiuterland der Elfenbeinküste stammende Kautschuk jetzt nicht mehr über die Häfen der Goldküste, sondern über französische Häfen aus­geführt wird.

Eiueu erfreulichen Aufschwung hat letzthin die von der Regierungsstation in Aburi geforderte Kakao-Kultur geuommen und zwar wird dieselbe bislang ausschließlich vou den Eingeborenen, nicht von Weißen, betrieben; während der Ertrag im Jahre 1897/8 erst 1500 Säcke betrug, war er 1900/1 bereits auf 8000 Säcke gestiegen.

Der Zoll auf Spiritussen ist Anfang 1899 für die Gebiete westlich vom Volta östlich davon beträgt er nur 9 Peuce von 3 auf 4^ Schillinge für die Gallone erhöht worden.

Die Lanlc ot Lritisli Wsst ^.triea, welche schon seit längerer Zeit Zweig­anstalten in Cape Coast Castle und Äccra besaß, hat solche nenerdings auch iu Seeondi, Tarkwa und Axim eröffnet.

Betrachten wir znm Schluß das Produkt, nach welchem die Kolonie ihren Namen trägt und in welchem gewisse Kreise das Heil der Zukunft erblicken, das Gold.

Daß Gold in Westafrika vorhanden sei, wußte man schon zu Herodots Zeiteu. Die Europäer, welche seit dem 15. Jahrhundert in Westafrika erschienen, wurden begreiflicher'Weise ebenfalls durch das Gold gereizt, uud weuu auch der Sklavenhandel jahrhundertelang ihre Hanvtaufmerksamkeit in Anspruch uahm, so war man doch auch aus die Suche nach dem edlen Metall ge­gangen.

An der Goldküste war schon stets in primitivster Form, durch Auswascheu des Schwemmlandes, von den Aschanti Gold gewonnen und das Gebiet darnach von den Europäern benannt worden; aber die Versuche, mit modernen Einrichtungen in dem Küstengürtel Gold zu gewinnen, schlugen lange Jahre hin­durch gänzlich fehl. Das furchtbare Klima, der Mangel an Arbeitern, die Schwierigkeiten des Transports in dem weglosen Lande, die Unbotmäßigkeit der