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West-Afrika / von Moritz Schanz
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Die eigenen Einnahmen der Kolonie beliefen sich 1851 auf 1800 im Jahre 1855, unter Zurechnung des heimischen Zuschusses von 4000 -L, auf 9800, 1856 sogar auf 12900 L, scmkeu von da ab aber wieder wegen schlechten Eingangs der Kopfsteuer uud beliefeu sich 1863 uur auf 8 500 L, sodaß die Ausgaben die Einnahmen meist überstiegen. Nach Einführung des Zollsatzes von 4°/g aber wiesen die Einnahmen in 1868: 15400, in 1872: 40100 L auf uud habe» seitdem immer steigende Erträge ergeben. Die vs-lorsm Zölle sind im Jahre 1890 ans 10°/^ erhöht worden, dagegen gelten für das Gebiet östlich vom Volta lt. deutsch-englischem Abkommen vom 24. Februar 1894 besondere Sätze und der Wert-Zoll beträgt in diesem Gebiete nur 4°/g. Die Zölle liefern weitaus die Haupteinnahme der Kolonie und ergaben im Jahre 1900 282000 darunter von Spiritussen allein 202 000 L.

Der Überschuß der Ausgaben über die Einnahmen in den Jahren 1885 bis 1898 erklärt sich aus dem, von der Kolonie bezahlten Aschantikrieg von 1895 bis 1896 uud der Aufschließung des Hinterlands, welche in den beiden Jahren 1898/99 175000 L kostete, wovon die Reichsregiermrg 145000 L auf ihre Rech­nung übernahm; auch für das Jahr 1900 hat das britische Parlament für gleichen Zweck einen Zuschuß von 50000 L gewährt und die Aschauti-Expeditiou im gleichen Jahre erforderte eine weitere finanzielle Beihilfe des Mutterlandes in der Höhe von 202000 L.

Eineöffentliche Schuld" existierte Aufaug 1901 uicht, wohl aber hatte die KolonieVorschüsse" in der Höhe von 445000 L aufgenommen, darunter 390000 L für die Secondi-Tarkwa-Bahn, für welche schon im Jahre 1898 eine Anleihehöhe von 220000 L autorisiert worden war.

Im Jahre 1900 wurde die Aufnahme fernerer 676000 ^ für Eisenbahn­zwecke autorisiert.

Die im Jahre 1888 gegründete Regiernngssvarkasse wird wegen des niedrigen Zinsfußes von 2'/^°/^ p. a. immer weniger benutzt uud wies An­fang 1901 Einlagen in der Gesamthöhe von nnr 4400 L auf; gewähreu die Agenturen der La.nK ok Lritisli ^Vsst ^.friea, in Aeera und Cape Coast doch 5°/p a.

Eisenbahnpläne für die Goldküstenkolonie, dereu Wegeverhältnisse sehr mangelhafte sind, schwebten schon seit einem Jahrzehnt in der Luft.

Die im Jahre 1901 endlich eröffnete, nur 67 Km lange Bahn Seeondi Tarkwa wurde schou 1893/4 geplant, Anfang 1898 begonnen und hat also die uuverhältuismäßig lauge Bauzeit von fast vier Jahren gebraucht, was der Ver­waltung der Kolonie, welche durchaus eine Staatsbahn haben wollte, nicht zur Ehre gereicht. Die Bahnarbeiten wurden allerdings erschwert durch die schlechte Landungsgelegenheit, das ungünstige Klima, die Dichtigkeit des Busches, ungenü- geude Zahl von Arbeitern, lange Regenzeiten, Mangel an Ballast und durch deu Krieg gegeu Aschauti. Nachdem die erste Strecke SeeoudiTarkwa endlich