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Zur Zusammenhaltung und Erschließung des weitläufigen Besitzes giebt England seit 1898 jährlich 250000 L für eine 2500 Mann starke Schutztruppe, die 'West ^.trie^n ^rontisr ?oree aus, welche überwiegend aus Haussa- uud Doruba-Leuten besteht. Ursprünglich unter Lugard speziell für das Nigergebiet gebildet, umfaßt diese Organisation seit 1901 sämtliche Streitkräfte der britischen Kolonieen Westafrikas und zwar setzt sich diese, z. Z. dem General Kemball als General-Juspekteur unterstellte Trnppe zusammen aus: dem Nord-Nigeria- Regiment, dem Süd-Nigeria-Bataillou, dem Goldküsten-Regiment, dem Lagos- Bataillon und dem Sierra Leone Bataillon. Neben rund 7000 Farbigen weist das englische Heer in Westafrika nur 100 Wann englischer Festungsartillerie und einen kleinen Stab englischer Offiziere auf.
Außer dieser Schutztruppe besteht überall noch eine Polizeitruppe.
Da die militärischen Ausgaben zum großen Teile vom Mutterlaud getragen und die Kosten größerer öffentlichen Arbeiten, besonders der Eisenbahnen, nicht in den Etat eingestellt, sondern durch Anleihen aufgebracht werden, so haben die englischen Kronkolonieen Westafrikas keine eigentlichen Kolonialschulden; dagegen hat England, um den Anforderungen dieser Kolonieen für produktive Zwecke gerecht werden zn können, im Jahre 1899 eine Anleihe von mehreren Millionen Pfuud Sterling aufgenommen. Ein ähnliches System sollte auch bei uns in Deutschland eingeführt werden, statt daß man die großen Ausgabe», wie für Eisenbahn- uud Hafeubauteu, deu Kolonialetats einreiht und diese dadurch uuübersichtlich uud verwirrend gestaltet.
Die regelmäßige D ampferverbindung zwischen Enropa nnd Englisch-West- afrika vermitteln von England aus die beiden vereinten Liverpool-Linien der 1852 inkorporierten ^.triean Lte^m 8Iiix> ^omus-n^ und der Lritisb anä ^triean Ltsmn ^avixatiou L?om?an^, deren gemeinsame Vertretung die Rheder-Firma Elder, Dempster u. Co. in Liverpool führt und welche von Liverpool ans monatlich 9 Dampfer expedieren, nämlich vierlzehntägig einen Expreßdienst bis Old Calabar in 21 Tagen, gewöhnliche Fahrten bis Opobo in 42 Tagen uud bis Braß iu 48 Tagen, ferner vierwöchentlich in 37 Tagen bis Axim, in 41 Tagen bis Whydah und 47 Tagen bis Locmda.
Außerdem expedieren diese beiden englischen Gesellschaften monatlich 3 bis 4 Dampfer für Fracht und Passagiere von Hamburg aus über Rotterdam nach zahlreichen Häfen Westafrikas bis einschließlich Old Calabar nnd vierzehntägig einen direkten Dampfer von Hamburg nur uach Kotonu und Lagos, letzteres in 27 Tagen erreichend.
Während diese englischen Dampfer nach Westafrika früher recht langsam und durchschnittlich unter 2000 Tons groß waren, sind seit 1900 auch bessere und schnellere Dampfer von 3000 Tons nach oben eingestellt worden.
Die Fahrpreise dieser beiden Kompagnieen betragen von Liverpool nach