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Gold in Quarze,, ist bislang besonders im Gebiet von Attis gefunden worden und bildet hier wahrscheinlich eine Fortsetzung der Wassau-Goldaderu. Der jährliche Ertrag au Gold, welches hier bislang uur durch deu primitiven Waschprozeß gewonnen wurde, ist vorläufig stäudig gesuukeu, wertete z, B. !Ntt<>00 Fraucs im Jahre 189tt, aber nur uoch 313000 Francs in 1898.
Neben dem Handel, welchem sich die Europäer überwiegend zuwenden, betreiben sie auch Pflanzungen von Kaffee und Kakao, welche gut gedeihen, aber, wie überall iu Afrika, mit Maugel au Arbeitern zu kämpfen haben, obgleich man die Abgabe auf auswauderude Krus hier viel höher, als iu Liberia bemessen hat.
Als größte französische Unternehmungen hier finden wir in Grand Bassam: die (.'omM^niö frainMsk cle 1'^.frique oeeläentÄls und die von der Kolonie jährlich mit 125000 Francs unterstützte ^omMZMs äs Xon^; iu Dabou eine landwirtschaftliche Siedeluug von 600 Iia, der Koeists eolonmls traneaiss äs 1a. Oote äs (Fuinöe uud eiue solche vou 200 lia der katholischen Mission, während die älteste uud erfolgreichste Pflauzuug der Kolonie die 125 ba. große Kaffee- plantnge der Kong-Koinpagnie in Elima ist.
Ein Erlaß vom Jahre 1893 bestimmt, daß die Pflanzer für das ihueu überlasseue Laud eiue Abgabe vou 50 Centimes pro Iia, zu entrichten haben, doch sind die meisten Konzessionen ans 5 Jahre, d. h. bis zur Gewinuuug der ersteu Erträge, von dieser Abgabe befreit.
Znr Zeit sind in der Kolonie Uuterhaudluugeu wegen Überlassung mehrerer größereu Laudkonzessioueu im Gange, eine Gruppe bewirbt sich um eiue solche vou 50000 Iia,.
Das Dekret vom 20. Juli 1900 hat auch hier die zeitweiligen Land' konzessionen iu dem Siuue geregelt, daß die „kleineu" bis 10000 Im vou der Kolouialverwaltuug nach einem von der Regierung aufgestelltem Reglemeut uud nach Billigung der Pariser Kommission für Kolonialkonzessionen vergeben werden, während die „großen" Konzessionen, also solche über 10000 ba, vom Mi? isterinm unter dem Beirat der geuauuteu Kommission nur gegen Übernahme größerer öffentlichen Arbeiten oder Leistungen erteilt werden.
Dem Bergbau au der Elfenbeinküste haben sich bislang 6 Gesellschaften mit vorläufig geriugem Kapital nnter der Leitung der Snoists ti-an^a-iss ä ex- ploration koloniale gewidmet. Die Goldfelder von Attis nnd Bettiö sind verhältnismäßig leicht zugänglich, da der breite Comoeflnß bis 100 Km von. der Küste schiffbar ist, uud die Fälle vou Malamalasso am Endpunkte der Schiffahrt lasfen sich znr Gewinnung von Betriebskraft für die nächstgclegenen Bergwerke verwerten. Die genannte Gesellschaft verfügt n. a. in Alangua, wo die Eingeborenen von Alters her Tiefbau getriebeu hatten, über 8000 ba. Die Träger- kosteu über Malamalasso hinaus stellen sich, dank dem freundlichen Verhalten der Häuptlinge, weit billiger als au der Goldküste, uud auch au Aschauti-Arbei- teru fehlt es bislaug hier uicht.