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breiteten ihren Einfluß daselbst immer weiter aus. Der Versuch des Hauses Verdier, die französische Regierung zur Ernennung eines Residenten beim König von Aschanti zu veranlassen, um dort deu Briten zuvorzukommen, war allerdings vergeblich.
Durch Decret vom 16. Dezember 1883 wurden die französischen Besitzungen an der Guineaküste zeitweilig unter die Oberaufsicht des Kommaudauten von Gabun gestellt und ein Vertreter desselben nahm seinen Sitz in Assini.
Im Jahre 1891 wurde die bis dahin Lote ä' 0r genannte Kolonie in Ovts ä'Ivoirs umgetauft und diese erhielt 1893 ihren eigenen Gouverneur. Die Grenze der Kolonie war allmählich, der damals noch ziemlich unbekauuteu Küstenstrecke entlang, bis zum Cavally-Fluß vorgeschoben worden, den Frankreich inl Mai 1891 als West-Grenze seiner Kolonie bezeichnete, und Verträge mit Liberia vom 8. Dezember 1892 und 10. August 1894 legten diese Abgrenzung fest.
Inzwischen waren die Franzosen aber auch vom Innern her gegen das Hinterland der Elfenbeinküste vorgedrungen, und zwar ist das Maudingolaud zuerst durch die Reisen des französischen Kapitän Binger bekannter geworden, der 1887 von Bammako aus Samory's Reich durchzog und im Februar 1888, freundlich empfangen, als erster Europäer in dem halb mythischen Kong einzog, um nach weiteren Forschungen in diesem Gebiet den Atlantischen Ozean 1889 n Graud Bassam zu erreichen. Im Januar 1889 wurde die frauzösische Schutzherrschaft über Kong ausgedehnt, dessen Landschaftscharakter vor Binger gänzlich unbekannt war, und schon 1892 finden wir diesen Forscher wieder daselbst. Es beginnt nun im Hinterland der Wettbewerb französischer, englischer und deutscher Expeditionen. Mouteil drang 1894/5 von der Elfenbeinküste aus auf eine Entfernung vou 150 Km in die Landschaft Bnle vor, konnte jedoch, durch Samory gehindert, nicht bis zum Niger vordringen; glücklicher war 1899 die Expedition Hostains und d'Ollone.
Die Grenzen der Kolonie gegen englisches Gebiet waren durch Verträge von 1889, 1891, 12. Juli 1893 und 14. Juni 1898 festgesetzt worden, und als man 1899 den Französischen Sudan unter die Küstenkolonien aufteilte, wurdeu 2 Kreise desselben, Odschenna und Buna, zusammen mit Kong, der Elfenbeinküste angegliedert, sodaß dieselbe jetzt ein Gebiet von 323 000 ^Km umfaßt uud bis zum 10° nördlicher Breite reicht.
Schwierigkeiten verursachte bislaug uoch die hinter dem UrWaldgürtel gelegene Landschaft Bnle, südlich von Koug; ein erfolgreicher Feldzug des Geueral Combe führte aber im Juni 1901 zur Unterwerfung dieser Stämme und zur Errichtung der Militärstation Tnmodi, 150 Km nördlich von Grand Lahn, und man plant nunmehr auch eiuen Feldzug gegeu den noch nicht unterworfenen Osten. Der Bau der Eiseubahu von der Küste aus dürfte die Befriediguug dieser Landschafteu erleichtern.
Was den Landschaftscharakter anbelangt, so ist die, sich zwischen den Mündnilgen der Flüße Ccwally und Tanos erstreckende Elfenbeinküste mit Aus-