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West-Afrika / von Moritz Schanz
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Was die Verkehrsmittel anbelangt und zwar zunächst die Dampfer­oerbin dun gen von Europa nach Französisch-Westafrika, so laufen ans ihrer Fahrt nach Südamerika die Schiffe der NkLs^krieL Hlaritimeiz dreimal monat­lich von Bordeaux und diejenigen der li-ÄNLports Naritimes zweimal monatlich von Marseille aus Dakar an; den eigentlichen westafrikanischen Dienst aber be­sorgen seit 1889 die monatlich je einmal fahrenden staatlich subventionierten Dampfer der lübar»enr8 Rennis vou Havre uud Bordeaux und diejenigen von Fraissinet u. Cie. von Marseille aus, welche alle französischen Hauptplätze West­afrikas bis Loango Himmler anlaufen und teilweise mich nach Matadi am Kongo gehen. Trotzdem es neben diesen vier Passagierlinien noch vier französische Frachtdainpferlinien nach Westafrika giebt, drei von Bordeaux uud eine von Marseille aus und es also nicht an Konkurrenz fehlt, so klagen die Franzosen selbst doch vielfach über die tenren Fahrpreise und Frachten und mangelndes Eutgegenkommen seitens ihrer Linien, und so genießen denn die Wörmann- Dampfer, welche auch sämtliche französische Hanptplätze bis Loango hinunter anlaufen, vielfach den Vorzug; die vou Liverpool ausgehenden englischen Dampfer berühren nnr eine kleinere Zahl französischer Häfen an der westafrika­nischen Küste.

Die Fahrpreise der beiden französischen Linien, Tischwein für alle drei Klassen eingeschlossen, sind die folgenden:

ObarA-surs Rkunis von Havre aus uach

Teneriffa. Dakar. Couakry. Grand Basfam. Cotonu. Libreville. Matadi.

1. Klaffe 360 675 720 855 945 1035 1206 Francs

2. 315 560 610 685 810 855 885

3. 180 240 290 340 360 390 435

Fraissinet u. Cie von Marseille aus uach Teneriffa Dakar Couakry Grand Bassam Lome u.Cotonn Libreville Loango

1. Klasse 3l 5 550 730 900 1000 1100 1200 Fr.

2. 250 450 600 700 810 900 980

3. 125 200 250 330 350 380 410

Die Postdampfer brauchen von Marseille nach Loango 32 Tage.

Ein reges Interesse hat man in Französisch-Westafrika seit geraumer Zeit bereits dem

Eisenbahnbau entgegengebracht nnd derselbe wird z. Z. in allen einzelnen Kolonien mehr oder weniger energisch gefördert. Die Pläne znr Erreichung des Nigers sind in Guiuea, an der Elfenbeinküste uud iu Dahome bereits ziemlich bestimmt ausgearbeitet und man hofft, daß die von Kotonu ausgeheude Liuie durch die, von dem bekannten Wirtschaftspolitiker Paul Leroy-Beaulieu warm vertretene Transsaharabahn in nicht allzu feruer Zeit den Anschluß au das Algerische Netz finde nnd so die Verbindung zwischen dem Busen von Guinea nnd dem Mittelmeer geschaffen werde. Besonders beachtenswert dabei ist, daß