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West-Afrika / von Moritz Schanz
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größere Fruchtbarkeit vor ihren Nachbarkolouieu hervorragen. Ganz Frauzösisch- Westafrika bildet ein einziges großes geschlossenes Telegraphennetz, Eisenbahnen werden überall gebaut und die Franzosen habeu hier die landläufige Auuahme, daß sie uicht zu kolonisieren verstünden, glänzend widerlegt. Im übrigen be­trachten die Franzosen die Abgrenzung ihres Gebietes noch nicht als endgültig- Das ihneu zugesprochene, nördlich von Sokoto und Bornu gelegene Damergu- Gebiet hat sich als unwirtlich herausgestellt und auf Grund der von den Fran­zosen bewirktenSäuberung" der vou Fadel-Allah besetzten Gebiete beanspruchen sie bei der noch ausstehenden besonderen Greuzregnlieruug uunmehr auch uoch einen Gebietsstreifeu im nördlichen Bornu.

Die in 6 getrennten Stellen ans Atlantische Meer stoßenden 5 West- afrikanischen Kolonien Frankreichs sind heutigen Tages wie folgt organisiert:

Größe Einwohner Der alte Senegal 150000 ykm >

mit den maurischeu Schutzgebiete!: 250000 . uud den Militärdistrikten des Sudan ? I 3800000 Französisch-Guinea 224000 1500000

Elfenbeinküste 823000 2250000

Dahome l 52 000 1000000

Französisch Kongo nnd der Militär­bezirk am Tsad 3000000 10000000

18550000

und zwar hat sich deren Verwaltungssorm folgendermaßen entwickelt:

Von der Stammkolonie Senegal, welche seit dem 12. Oktober 1883 einem Zivil-Gouverueur untersteht, wnrde am 1. August 1889 deren 2. Arron- dissement alsRiviörkk clu 8nä e5 äspsnä^noes" abgetrennt und unter einen Gouverueurleutuaut gestellt, der politisch unter dem Gouverneur vou Sene­gal stand; dieses Gebiet zerfiel nun wieder in drei unabhängige Gruppen mit getrennten Budgets, uämlich: in die eigentlichen Ki vier 68 äu 8uä unter dem in Couakry residierenden Gouverneurleutuaut; die Goldküste mit 'eiuem Resi­denten in Grand Bassam; uud Beuiu mit eiuem Residenten in Porto Novo. Am 17. Dezember 1891 wurden dieSüdflüsse mit ihreu Devendenzen" ganz vom Senegal getrennt und unter einen eigenen Gouverneur iu Couakry gestellt, dem eiu Generalsekretär für die Kiviers» än Lucl, ein Resident an der Goldknste und ein Gouverneurleutuaut iu Beuiu unterstellt wurden uud jedem dieser drei Oberbeamten stellte man einen Verwaltnngsrat zur Seite. Da aber diese Kolonie noch immer zu ausgedehnt war und ihre einzelnen Teile unter sich zu wenig Beziehungen hatteu, so verwandelte man am 10. März 1893 jede einzelne der drei Gruppen in eine selbständige Kolonie, gab ihnen nnnmehr die Namen Fran­zösisch - Guiuea (die früheren Rivierk» äu 8ucl), Elfenbeinküste (bislang