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West-Afrika / von Moritz Schanz
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welch' letztere auch meist die Händler liefern und deren Sprache die allgemeine Handelssprache bis uach Kamerun hiueiu bildet.

Die Europäer sind besonders auf der verhältnismäßig gesnnden und gerade vor der Münduug des Muui liegeudeu Insel Klein-Eloby ansässig, welche nur doppelt so groß wie Helgoland ist. Hamburger Kaufleute betreiben hier schon seit fast einem halben Jahrhundert uebeu Franzosen nnd Engländern einen ueuueuswerteu Handel, denn die Insel bildete als Freihafen das Hanpt- depot der im Busen von Biafra etablierten Firmen, weist während des ganzen Jahres keine die Landung erschwerende Brandung auf und gilt als einer der gesundesten Punkte dieser Küste. Die Firma C. Wörmann besitzt hier schon seit dem Jahre 1872 eine Niederlassung uud zwar mußten die gegen Ende des Jahr­hunderts hier ausässigeu 6 Faktoreien, darunter zwei deutsche, an Spanien eine jährliche Abgabe von 5000 Pesetas zahlen, ohne daß Spanien dafür irgendwelche nennenswerte Gegenleistung geboten hätte. Groß-Eloby hat keine ständigen europäischen Bewohner, und auch auf der 20 Km von der Küste eutferuten Corisco- Jnsel, der größten der drei Eilande, ist Spanien nur durch einige Mönche vertreten.

Die Hauptausfuhrprodukte sind in erster Linie Kautschuk uud Rotholz, weuiger Palmkerne und Palmöl und sodann etwas Ebenholz, Kopalharz und Elfenbein, während Plantagen-Erzeugnisse noch nicht exportiert werden.

Bislang bildete das Muni-Gebiet ein Verwaltung^ - Departement von Fernando Po, jetzt will man aber in Bata eine eigene Kolonialinspektion und einen Militärposten errichten, letzteren mit eingeborenen freiwilligen Soldaten unter dem Befehl einiger spanischer Offiziere uud Unteroffiziere. Anch will man in Bata ein Regierungsgebäude, ein Hospital, eiue Schule für Kuabeu uud eine solche für Mädchen errichten und erhofft günstige Resultate von der Kulturarbeit der Missionen.

Das Budget für den Muni-Distrikt betrug 1884/5 1895/6 Einnahmen fast Null 12000 Pesetas.

Ausgaben 174000 226000 uud die Cortes haben Ende 1901 erklärt, für Spanisch-Guinea auch fernerhin nur die zur Aufrechterhaltuug der spanischen Herrschaft unbedingt nötigen Kosten bewilligen zu wollen.

Viele spanische und auch einige ausländische Unternehmer haben sich, nach Abschluß des Pariser Vertrags, bei der spanischen Regierung um Laudkonzessionen und um Unterstützung für Anlage von Pflanzungen beworben, fo besonders der General Saludo, um von Kuba und den Philippinen repatriierte Soldaten hier anzusiedeln, nnd der Staat hat auch in Aussicht gestellt, jährlich 150000 Pesetas zur Uuterstützuug etwaiger Ansiedler für Bauten, Wege u. s. w. auszuwerfen, die Ausbeutung des Hinterlands aber soll im übrigen der Privatinitiative überlassen bleiben.