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West-Afrika / von Moritz Schanz
Entstehung
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kleine Enklave am Kap S. Juan mit etwa 2000 akm an, wozu der Unterlauf der Flüsse gehört, welche das Muni-Ästuarimn bilden.

So setzte man denn zur Abgrenzung der sich in Westafrika entgegenstehenden spanischen uud französischen Ansprüche eine gemischte Kommission, die sogenannte Mnniflußkommission in Paris ein, welche lange Jahre thätig (?) war und nach verschiedenen fruchtlosen Auläufeu als Resultat endlich den Vertrag zeitigte, der am 27. Juni 1900 zwischen Delcasss und Leon y Castillo in Paris gezeichnet wurde. Auf das Spanien dadurch zugesprochene Gebiet von rund 25 000 Am sicherte sich Frankreich das Vorkaufsrecht.

Am 18. Juli 1901 erfolgte in Bata die offizielle spanische Besitzergreifung uud nachdem auch die französischen Besatzungen am Campo, Benito und Muni zurückgezogen uud durch spanische ersetzt worden waren, begann eine gemischte französisch-spanische Kommission mit der genauen Absteckung der Südgrenze des Mnni-Gebiets. Im Frühjahr 1902 unter den Eingeborenen ausgebrochene Un­ruhen haben die Freude der Spanier an dem Besitz inzwischen merklich ab­gekühlt.

Die Grenzen der offiziellGuinea Espanola" genannten Kolonie sind im Pariser Vertrag vom Jahre 1900 derart festgesetzt worden, daß die Südgrenze gebildet wird vom Thalweg des Muni bis zum 1. nördlichen Breitengrad, dem sie bis zum 11.° 20' östlicher Länge von Greenwich folgt; dieser Länge entlang zieht die Grenze dann nach Norden bis zum deutschen Kamerungebiet und westlich zur Campo-Mündung. Den wichtigsten Punkt des Küstengebiets bildet die im Süden desselben gelegene Corisco-Bai, welche zwischen den Kaps S. Juan und Estciros 25 Km tief ins Land eiuschneidet und den auch für größere Schiffe hinlänglich tiefen Muni-Fluß aufnimmt. Dessen Mündnng gegenüber liegen die drei Jnselu Kleiu-Eloby, Groß-Eloby uud weiterhin die 14 akm große, von M'pangwe-Ncgern bewohnte Insel Corisco mit einer amerikanischen Missions­station; diese Inseln sind mäßig hoch und fruchtbar. Das Festland, welches im Mitra-Berg eine Höhe von 1200 m erreicht, ist sehr gebirgig, bietet aber in den Flüssen Campo, Benito und Muni drei natürliche Wege zum Vordringen des Handels und der Kultur. Das Hiuterlaud ist bislang freilich meist noch un­bekannt und die mit Uuterstützuug der Madrider Geographischen Gesellschaft wiederholt vorgedrungenen Forscher haben sich fast nur auf den Muni und seine Nebenflüsse beschränkt. Wie die spanischen Forscher behaupten, existiert wenigstens für die kleinen Fahrzeuge der Eiugeboreueu eiue natürliche Wasser­verbindung zwischen deu Flüssen Campo, Benito, Muni, Muuda, Gabuu, Ogowe uud Kongo. In dem zwischen den Wasserläufen fast überall vertreteucu, mächtigen tropischen Urwald fiuden sich zahlreiche Ölpalmen, Kautschukpflanzen, Eben- uud Rotholz.

Die Bewohner setzen sich zusammen aus den in Zahl zurückstehenden, aber umgänglicherm Balengi und Basseki und deu kräftigere» M'paugwe oder Fan,