Sao Thome und Principe
Von diesen beiden, im Golfe von Biafra gelegenen paradiesischen Inseln wurde S. Thome von den Portugiesen am 2). Dezember 1470, dem Thomastage, entdeckt und darnach benannt. Vom Jahre 1481 ab zunächst für einige Zeit als Kroulehen vergeben, wurde die uubewolmt angetroffene Insel mit Sklaven von der nahen Küste und mit den im Jahre 1492 von Portugal Verbauuten Juden besiedelt, und Anfang des 16. Jahrhundert übernahm die Krone selbst die Besitzung, dereu Ausnutzung sie teilweise privilegierten Edelleuten überließ. Die Bevölkerung hob sich weiter durch die Zuführung von Deportierten und von Sklaven, welche zur Bestellung des von Ackerbauern aus Madeira eingeführten Zuckerrohrs notwendig wurden, uud so zählte mau hier im Jahre 1530 bereits 50000 Einwohner und 80 Zuckermühleu. Papst Paul III. eruauute augesichts dieser Prosperität für S. Thome einen besonderen Bischof, dem auch die geistliche Gerichtsbarkeit über Angola und Kougo übertragen wurde. Freilich sollte diese Blüte uicht lauge anhalten. Nachdem schon 1567 Überfälle französischer Korsaren die Kolonisten gezwungen hatten, ins Innere zu fliehen, folgteu heftige Kämpfe mit den „Augolares", von einem gescheiterten Sklavenschiff abstammenden Angolanegern, welche sich in den Wäldern festsetzten und erst im Jahre 1603 entscheideud geschlagen wnrden. Seit dem Jahre 1586 hatte man der Insel, deren hauptsächlich von den Juden abstammende Kaufleute das Monopol des südafrikauischeu Sklavenhandels besaßen, auch eiuen eigeuen Gouverneur gegeben, aber die Kolonie litt anhaltend unter äußeren uud inuereu Beunruhigungen. Im 17. und 18. Jahrhundert vou Holländern, Engländern und Franzosen wiederholt bombardiert und geplündert und durch zahllose Kämpfe im Juuern beunruhigt, konnte S. Thoms keine neuen Ansiedler anziehen, im Gegenteil wanderten allmählich viele der alten nach Brasilien aus, führteu dort das Zuckerrohr ein und faudeu daselbst weit lohueudere uud friedliche Verhältnisse vor. Der größte Teil der Jusel S. Thomö aber fiel in Unknltur znrück und das Aufhöreu des Sklavenhandels schien den wirtschaftlichen Verfall der Insel zu besiegeln.
Die von Seiten einiger tüchtiger Gouverneure versuchte Einführung neuer Kulturen, so im Jahre 1800 von Kaffee und Vanille, 1822 von Kakao, später, 1859, vom Chinarindcnbaum hatten keine sonderlichen Resultate und S. Thomü war so unbedeutend gewordeu, daß man den Regierungssitz sogar zeitweilig uach dem armeu und ungesunden Principe verlegte und erst 1852 zurück uach S. Thomö. Die Sklaverei wurde durch Gesetz vom 29. April 1875 anch hier vollständig abgeschafft, doch hat seitdem die Ausnutzung des überaus fruchtbaren Bodens eineu ueueu Aufschwung genommen; Plantagenknltur und besouders der