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welche aus dem Safte des Zuckerrohrs einen bei den Negern sehr beliebten Schnaps bereiten. Während die Einfuhr deutscheu Sprits im Jahre 1894 noch 900000 Mark wertete, sank sie schon 1895 auf 700000, 1896 auf 300000, 1897 auf 180000 Mark und heute bezieht Angola nicht einen Liter Sprit mehr von Deutschlaud. Die Einfuhr Angolas im Jahre 1899 verteilte sich auf Portugal mit 12^, Englaud 5, Deutschlaud 2'/z Millioueu, Belgien 455000, Frankreich 234000 Mark.
Für die Enklave von Kabinda gelten die Differentialabgaben für Portugiesische Waren und Schiffe nicht und der Haudel liegt in den beiden Hanpt- plätzen Kabinda und Landcma fast ganz in den Händen der Holländer, Engländer und Frauzosen. Dasselbe gilt vom ganzen Distrikt Kongo, der sich von der Mündung des Kongo bis Ambriz erstreckt und dessen fremder Handel überwiegend von Hottändischen, belgischen und englischen Häusern besorgt wird.
Die .Handelsverteilung auf die 5 Haupthäfen im Jahre 1899 ergab für Loanda. Benguela. Mossamedes. Ambrizette. Kabinda. Einfuhr 8-/2 8-/4 1 2 2'/g Millioueu Mk.
Ausfuhr 74/5 12 1'/, 2-/4
Durch Abnahme des Kautschuks in Menge und Wert ist der Haudel des Jahres 1900 ungüustig beeinflußt wordeu, giug der Export dieses Haupt- Produktes von 6976 Contos im Jahre 1898 doch auf 3195 Contos im Jahre 1900 znrück.
Früher lag der fremde Handel Angolas fast ausschließlich in englischen Händen, seitdem 1882 aber auch der deutsche Haudel hier konkurrierend auftrat, hat dieser schuelle Fortschritte gemacht uud 1897 den englischen überholt.
Der lokale Handel erstreckt sich vornehmlich ans Branntwein, getrocknete Fische, lebendes Vieh, Bohnen, Mais und andere Lebensmittel.
Die Bauco National Ultramarino ist in Loanda, Benguela, Mosfa- medes und Kabinda vertreten uud hatte Ende 1901 durch ihre Loauda - Filiale 1260 Contos Banknoten in den Umlauf gebracht.
Werfen wir bei Besprechung des Handels auch eiuen Blick auf die Häfen der Kolouic, so siudeu wir, daß Mueullo, Ambrizette, Mnsfera, Kin- zembo und Ambriz, sowie Novo Redondo nnr ungeschützte Rheden haben und eine starke Brauduug das Laudeu daselbst erschwert. Dagegen bieten das durch die Jlha de Loanda geschützte Hafenbecken von Loanda, das allerdings zum Teil leider versandet ist uud die Häfen von Benguela uud Mossamedes stets sicherm Schutz uud diese drei Häfen sind mit Landungsbrücken und Krähueu ausgestattet. Die vou eiuem stattlichen Dom überragte Stadt S. Paulo dc Loanda, der ungesunde Hauptort der Kolouie uud früher eiu großer Sklaveumarkt, wies 1899 eiue Bevölkerung von 4500 Europäern und 15 200, meist fast ganz uackt umhergehenden Afrikanern auf; das freundlich iu Grüu eingebettete, aufblühende Ben- guela zählt kaum 2000 Seelen, während das in sandiger nnd vegetationsarmer,