Angola
Die Küste dieser Kolonie, welche die Portugiesen als „Perle Afrikas" bezeichnen und mit Recht als ihren wichtigsten überseeischen Besitz betrachten, wurde im Jahre 1482 von ihrem großen Seefahrer Diego Cao entdeckt, nachdem dieser als erster auch die Mündung des mächtigen Zaire oder Kongo aufgefunden hatte uud mit dem interessanten Königreich Kongo in näheren Verkehr getreten war.
Dieses aus sechs Landschaften bestehende und sämtliche Kongovölker umfassende alte Neger-Königreich wurde, wie wir bereits sahen, der Schauplatz eiuer — mindestens äußerlich — überaus erfolgreichen Missionsthätigkeit. Der König selbst, der in der Verbündung mit Portugal Schutz gegeu inuere und äußere politische Unruhen suchte, empfing schon im Jahre 1491 durch portugiesische Missionare als Don Joao I. die christliche Taufe, uud als das mit Weihwasser besprengte Heer den Einfall der Mundequete siegreich zurückwies, schrieb man den Erfolg dem neueu Zauber zu und zu Anfang des 16. Jahrhunderts war die ganze Bevölkerung nominell zum Christentum bekehrt/ Die Hauptstadt S. Salvator, das alte Ambessi, wurde der Haupt- stützpuukt der portugiesischen Macht iu dieser abgelegenen Gegend und füllte sich, ohne aufzuhören Residenz des Kougoköuigs zu sein, mit Klöstern und Kirchen und mit öffentlichen und privaten Gebäuden der immer zahlreicher werdenden Portugiesen, sodaß die Stadt ein halb europäisches Aussehen gewann. Im Jahre 1539 wurde S. Salvator auch der Sitz eines portugiesischen Bischofs, es gab hier eiu Jesuiteukolleg, ein Kapuzinerkloster, und neben der Kathedrale zählte mau 10 steiuerue Kircheu und Kapellen. Der Eitelkeit der farbigen Eingeborenen wurde durch Erteiluug hoher portugiesischer Adelstitel geschmeichelt und nachdem die portugiesische Macht hier schou läugst verfallen war, gab es im Kongoreich noch schwarze Marquis, Grafen und Barone.
Das Königreich Kongo war bald neuen Angriffen ausgefetzt, diesmal feiteus der Dschaggas oder Zimbas, welche im 16. Jahrhundert einen großen Teil Zentralafrikas verwüsteten und im Jahre 1542 zum ersten Male uuter ihrem König Simbo an den Grenzen des Kongoreiches erschienen. Diesmal halfen Kreuz und Weihwasser nichts. König Don Alvaro 1., der seine Residenz bereits in eine Nachäffung des Lissaboner Hofes verwandelt hatte, mußte von seiner Hauptstadt, welche die Dschaggas zerstörten, nach