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West-Afrika / von Moritz Schanz
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Loanda ist Sitz des katholischen Bischofs von Angola. Ganz im Gegen­satz zu den früheren spanischen Kolonien sind in Angola aber nur wenige Geistliche, obgleich fast die ganze weiße Bevölkerung der katholischen Religion angehört und auch die Farbigen, soweit sie von der Zivilisation berührt sind, als Katholikeu gezählt werdeu. Die Mission wird an den meisten Orten von den fest angestellten katholischen Geistlichen ausgeübt. Dauebeu übt eiue besonders verdienstvolle Thätigkeit die französische Kongregation der Brüder vom Herzen Jesu, welche ihre Pflegebefohlenen auch iu Handwerk und Landwirtschaft unterrichte«, während die außerdem vertretenen protestantischen Missionen aus England und Amerika geringen Einfluß haben.

Das Budget der Kolonie hat folgende Zahlen aufgewiesen in 1891/2 1894/5 1899/1900 1900/1 1901/2 Einnahmen 1157 1634 1673 1781 1814 Contos de Reis. Ausgaben 1271 1532 2013 1977 1994

Die Zolleinnahmen wiesen 1871: 324 Contos, 1880: 405 Contos, 1886: 385 Contos auf, und sind seitdem bedeutend, 1899 z. B. auf 1300 Contos gestiegen; die Gesamteinnahmen betrugen in den Jahrzehnten 186675 durchschnittlich 1305000 Mark im Jahre, 1876-85: 1975000 Mk. 188695: 4405000 Mark, weisen also eine beträchtliche Zunahme ans, aber noch mehr sind andrerseits auch die Ausgaben gestiegen, sodaß beständige Defizits die Folge waren.

Was die Verkehrsmittel der Kolonie anbetrifft, so sind dieselben noch sehr mangelhaft. Da Pferde und Kamele hier nicht gedeihen und der Ochse nur als Reittier gebraucht wird, muß aller Wareu-Trausport durch Träger, der Persouentransport in der, Tivoya genannten, Hängematte erfolgen. Karawanen­wege gehen von Loanda aus über Doudo, Pnugo Ndongo und Malansche, von Benguela aus über Bihö uach dem Innern. Fahrbare Straßen giebt es außer­halb der Küstendistrikte uicht, soudern uur schmale Negerpfade für Träger- karawaueu.

Flußdampfer verkehren schon seit 1865 ans dem Koanza, der auf eiuer Strecke von 200 Km, bis zu den Fällen von Kambambc hinauf, mit flachgehenden Booten befahren wird; eine regelmäßige Dampferlinie verkehrt von Loanda hin­auf bis uach Doudo.

Eisenbahnen sind in der Kolonie schon seit 1859 geplant, die Regierung hat dafür auch 56°/^ Zinsgarautie übernommen, doch sind von den ver­schiedenen Projekten und Konzessionen bislang nur zwei verwirklicht wordeu:

Eine von der LomzzÄnbm ?0rtn»-us2Ä, äs Oaminbos äs tsrro ^fiieanos gebaute, nur 23 Km lauge Bahn mit einer Spurbreite von 101 em führt von Benguela - S. Felipe uach deu Kaffeepflanznngen von Katumbella, war aber bald nach ihrer Eröffuuug wieder außer Betrieb, uud die ^ompanüia. Ksa.1 äs Oa- minbos äs fsrro a.t>ravs2 ä'^triea. baut bereits seit dem Jahre 1886 an der