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ohne daß aber bislang die Kolonie dadurch die erhoffte Förderung gefunden hätte.
Die von der Regierung versuchten Mittel zur wirtschaftlichen und sittlichen Entwickelung der Kolonie haben fast immer wenig günstige Ergebnisse gehabt, als Strafkolonie für Ackerbau hat Angola nur geringe Resultate gezeitigt und auch die von der Regierung mit besseren Bevölkerungselementen gegründeten Siedelungen sind vielfach zu Grunde gegangen, woran namentlich der Mangel an guten Verbindungen die Schuld trug.
Nachdem Dr. Georg Hartmann bei seinen Reisen im Jahr 1895 festgestellt, daß der Besitz der Tiger-Bai für die Erschließung des nördlichen Deutsch-Südwestafrika von großem Werte sein würde, kam es zu Verhandlungen mit Portugal, das in Anbetracht der unbefriedigenden Zustände in diesen Gebieten nicht abgeneigt war, dem Deutschen Reiche eine Gebietserweiterung zuzugestehen, welche auch die Tiger-Bai mit eingeschlossen hätte; leider siud damals aber diese Verhandlungen resultatlos verlaufen. Im Übrigen hat sich inzwischen herausgestellt, daß die Tigerbai für die Großschiffahrt ungeeignet ist.
Werfen wir nun zunächst einen Blick auf Land und Leute.
Eingeklemmt zwischen dem Unabhängigen Kongostaat und dem Französischen Kongo liegt, mit dem Norden beginnend, zunächst die kleine Kcwinda- Enklave oder „Portugiesisch Kongo" mit den Hafenplätzen Landana und Kabinda und der früheren Station der deutschen Loango-Exvedition von 1873—76, Tschintschotscho; das eigentliche Angola aber beginnt mit dem Südufer der Kongomündung, erstreckt sich in: Süden bis zur Mündung des Kunene und wird nördlich und östlich vom Unabhängigen Kongostaat, südöstlich von Rhodesia und südlich von Deutsch-Südwestafrika begrenzt.
Von der im Norden breiteren, im Süden schmalen, dürren und sandigen Küstenebene steigt das Land in Stusen zu dem innerafrikanischen Hochland an, welches meist in Steilrändern nach Westen zu abfällt, nach dem Innern hin sich aber allmählich abdacht. Diese Wasserscheide, in ihren: nördlichen Teile Cananha-Gebirge genannt, trennt die zum Atlantischen Ozean ziehenden Flusse Lelundo, Ambrizette, M'Brische (Ambriz) und Loje von zahlreichen westlichen Zuflüssen des Kucmgo, sie tritt dann weiter nach Osten zurück und fällt in dem 1000 m hohen N'Talla Munvongo-Gebirge steil gegen den oberen Kucmgo ab. Die Wasserscheide setzt sich in westwärts gekrümmten Bogen nach Süden fort bis zum Hochland von Bihs, von welchem zahlreiche Gewässer nach Norden, Süden und Osten abfließen: Nach Norden der bedeutende Koanza; nach Südosten der Lnngo-en-Bungo und der Knando zum Sambesi; südwärts der Kuito und der Kubango zu dem abflußlosen Gebiet des Ngami-Sees im Innern und der Kunene zum Atlantischen Ozean. Vom
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