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West-Afrika / von Moritz Schanz
Entstehung
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allmählich nach dem Süden hin verbreitet. Die einjährige, wickenartige Pflanze der ^.rs-eliis ü)'po»a.ea. senkt nach der Blüte ihren Blütenstiel und läßt die Frnchthülse mit ein oder zwei Samen 58 em tief in den Boden eindringen, wo die Reife erfolgt. Die bohnenähnlichen, Streichen Samen werden meist nach Südfrankreich geschickt, dort gepreßt und das so gewonnene Öl kommt als Provenceröl in den Handel. In Marseille pflegen sich die Kaufleute das Eigen­tumsrecht an Hunderten von Firmennamen in solchen Ortschaften Südsrankreichs zu sichern, wo keine Olivenbänme angepflanzt werden, aber zahlreiche Ölfabriken bestehen, welche Öl aus Erduüssen presseu, und das Erdnußöl wird dann unter diesen Firmennamen alsechtes" Olivenöl verbreitet. Die Erdnuß wurde am Senegal aufaugs mit 50 Francs für 100 1c»- bezahlt, die Konkurreuz Judieus uud diejenige der amerikanischen Banmwollsaat haben aber seit 1875 die Preise wesentlich gedrückt.

Erdnnß und Baumwolle sind die einzigen zur Ausfuhr geeigueteu Produkte Westafrikas, welche im Pflcmznngsjahr zu ernten sind, vertragen aber ebensowenig hohe Trägerlöhne, wie die Produkte der Ölpalme, und die Gewinngrenze dafür liegt deshalb in Gegenden ohne Eisenbahn schon 100 bis 150 Km hinter der Küsten die Anpflanzungen von Ölvalmen. Kautschnk, Kakao und Kaffee aber lassen Jahre lang auf ihre ersteu Erträgnisse warten.

Die hier vertretene Tierwelt ist diejenige der scharf begrenzten äthiopischen Zone, und zwar bilden die westafrikauische uud die südafrikanische besondere Subregionen. Befouders charakteristisch siud die Säugetiere, unter denen als Repräsentanten der echt afrikanischen Fauna genannt seien der afrikanische Elephant, das afrikanische Rhinozeros, das Flußpferd, das Warzeuschwein, zahl­reiche Antilopen, der afrikanische Büffel, die Giraffe, das auf deu Norden beschränkte Kamel, verschiedene Zebra-Arten, das Erdferkel, die Stachelnmus, von den Raubtieren besonders Löwe, Hyäne und der südafrikanische Erdwolf; zahlreich sind die Fledermänse, namentlich Früchte fressende Vampire; von den Affen sind Paviane und Meerkatzen und vor Allem der Gorilla nnd'der Schimpanse charakteristisch. Ju deu Flußmündungen der tropischen Westküste sind auch die Fischsäugetiere durch den Lamantin oder Manati vertreten. Neben dein Vorkommen von vielen auffallenden Säugetieren ist das zur äthiopischen Region gehörige Afrika nicht minder ausgezeichnet durch das Fehlen sonst weit verbreiteter Arten, wie der Bären, Hirsche, Ziegen, Schafe, der echten Rinder uud der gewöhulicheu Schweiue. Bemerkenswert ist bei den Sängetieren Afrikas die erstaunliche Häufigkeit einiger Arteu uud zwar besonders der großen Pflanzenfresser, der Elephanten und der Flußpferde. Trotz aller Verfolgungen, die ihn allerdings immer seltener werden lassen, findet sich der Elephant noch heute in großen Herden in den Dickichten Zentralafrikas nnd das Flußpferd bevölkert in großer Zahl alle Flüsse des äquatorialen wasserreichen Afrika. Anch die Antilopenarten, sonne die Zebras finden sich meist in großen Herden.