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das Doppelte umfassend und ihren wichtigsten Zufluß von Süden her, durch den Schari empfangend. Östlich davon in Wadai liegt die große Fitri-Lagune nnd südöstlich vou dieser in Bagirmi die kleinere Jro-Lagune. Ani Südnfer des mittleren Kougo finden wir den zu diesem abfließenden Mantumba-See und den uoch weit bedeutenderen Leopold II.-See, welch letzterer seine Wasser zum Kassai eutseudet. Weiter uach Süden zu finden wir an Stelle von Seen nur noch seichte Beckeu, wie die Etoscha-Pfaune im nördlichen Deutsch-Südwest- afrika und den bereits erwähnten Ngami-See, welcher in dem zweiten großen abflußlosen Becken Afrikas liegt. Dagegen stößt die Ostgrenze des hier behandelten Gebiets noch an die Seen-Reihe des Meru, Tangcmyika, Kiwu, Albert Edward und Albert Nyauza und au deu Oberlauf des Nils au.
Was das Klima anbetrifft, so ist Afrika ein ausgesprochen tropischer Kontinent, ja der tropischste aller Erdteile überhaupt uud fast ganz beherrscht von den Passaten beider Hemisphären; nur die nördlichsten uud südlichsten Teile reichen noch in die subtropische Zone hinein. Der Regenreichtum in den Äqnatorialzonen zwischen den beiden Passaten, die Regen armut in den mittleren Passaten und im allgemeinen auch iu den subtropischen Zonen, der feuchte, au Wald und Weideplätzen reiche Sudan und die ausgedehnten Wüsten und Steppen des Nordens und Südens stehen miteinander in schroffem Kontrast. Im Winter ist der niedrigste Lnstdrnck an der Gnineaküste etwas nördlich vom Äquator zu finden und daher stammen die Nordostwinde über der Sahara nnd im Sndan; im Sommer liegt der niedrigste Luftdruck au der Südgrenze der Sahara, daher die Feuchtigkeit des Sudan und die Regeuarmut der Sahara. Die Regen wandern in Afrika allenthalben mit der Sonne von Nord nach Süd uud wieder zurück, sodaß wir iu den äquatorialen Gegenden, westlich vom Niger-Delta, Gebiete mit doppelter Regenzeit iuuerhalb des Jahres, nämlich bei jeder Zenithöhe der Sonne antreffen. Der Wärmeäquator mit 27^// mittlerer Jahrestemperatur liegt circa 5" nördlich vom Äquator. Der Gürtel der Windstillen in den Äquatorialgegenden ist den Seefahrern längst bekannt; seit Dampier nennt man das Meer im östlichen Teile von Ober-Gninea nach den dort täglich vorkommenden Gewittern die Donnersee. Der Pie von Teneriffa (3716 m) ist drei volle Monate in Schnee eingehüllt, im Großnama-Land ist dickes Eis vom Mai bis Juli etwas gewölmliches, ebenso kommt auf dem Plateau des Damara-Landes bis zum Tschobe selbst auf der Ebeue uoch Frost vor; ewiger Schuee aber, wie wir solchen an einigen Punkten Ostafrikas finden, ist in Westafrika unbekannt.
In S enegambien und Sierra Leone giebt es nnr zwei Jahreszeiten: Die trockene, frisch, angenehm und gesund, insbesondere an der Küste; uud die nasse, unerträglich und uugesuud für die Europäer. Außerordentlich groß ist hier die Dauer der Regenzeit uud die Regenmenge, und zwar nehmen Regeu- uud Gewitterhäufigkeit und die Regenmenge nach dem Äquator hiu rasch zu: 48 Regeutage iu S. Mary of Batlmrst stehen l37 Regentagen in Boks gegen-