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West-Afrika / von Moritz Schanz
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Mündung des Koanza erstrecken, nach Süden zn, zwischen Ogowe und Koanza aber bogenförmig uach Osteu zurücktreten. Das nun folgende

Südafrikanische Tafelland zeigt in seinem nördlichen Teile Terrassen­bildung, insofern hier auf die etwa 50 Km breite Küsteuterrasse eiue zweite vou 600700 m uud eiue dritte vou 11001200 ni Höhe folgeu mit einzelnen bedeutenden Erhebungen, die im Omatoko z. B. 2300 m erreichen.

Was die hydrographischen Verhältnisse West-Afrikas anbetrifft, so weisen dieselben durch klimatische Verschiedenheiten und den Bodenban große Gegensätze auf. Das Atlassystem gestattet uur die Bildung kleiner Küstenflüsse uud zahlreicher, sich uur periodisch füllender Binnenflüsse, welche sich teils in Salzseen und Sümpfen verlieren, teils wie der Wadi Draa und der Sagiet el ,vmura den Kanarischen Inseln gegenüber das Atlantische Meer zuweilen erreichen. DieseWadi" oder Regeubäche schwellen bei Gewitterregen Plötzlich zn verheerender Größe an, um ebenso rasch wieder zu versiegen. Ganz anders, um der tropische Regen mit seiner Wasserfülle regelmäßig eintritt. In diesem breiten Tropen­gürtel besitzt Afrika eine Anzahl mächtiger Ströme und ausgedehnter Binnenseen uud steht hier au Wasserreichtum keinem anderen Erdteil nach. Von den nach dem Atlantischen Ozean strömenden Flüssen sind, von Norden her beginnend, zu-

^ nächst zu nenueu der 1700 Km lauge Senegal, der Gambia uud derRioGrandel

dereu Quellen in geringer Entfernung von einander liegen; die beiden ersteren weisen bei ihrem Austritt aus dem Gebirge bedeutende Katarakte auf uud sind nnr in den Regenmonaten bis zum Fuße der Berge schiffbar; immerhin hat auch diese beschränkte Verkehrsmöglichkcit dazu beigetragen, daß Senegambien den dem größten Teile der Guineaküste eigenen Charakter der Verschlossenheit nicht teilt. Es folgt eiue Reihe uubedeutender Küstenflüsse, welche teilweise ans kurze Strecken von der Mündung aus befahrbar siud, bis auch hier Stromschuelleu eiu weiteres Borgeheu verhindern. In alle diese Flüsse können Schiffe vom Meere aus nicht einfahren, da ihnen sämtlich unpassierbare Barren vorgelagert sind.

Dagegen bildet der iu deu Golf vou Guinea in mehreren Armen müudeude, wasserreiche Niger eine gute uud bereits lebhaft benutzte Fahrstraße bis weit ius Juuere hiueiu. Dieser mit 4160 Km Läuge drittgrößte Strom Afrikas, welcher bei den Eingebornen keinen Gesamtnamen, sondern auf seiueu verschiedenen Strecken, dereu Zusammeuhaug den Sudanesen uubekaunt ist, verschiedene

^> Nameu führt, eutspriugt 900 m ü. M. iu dem Winkel, wo Liberia nnd Sierra ?

Leone mit französischem Gebiet zusammenstoßen uud wird iu der Nähe vou > Bammako (270 m ü. M.), wo ihn die vom Senegal kommende Straße trifft,^ schiffbar; er ist hier 400 m breit und nur 1 bis 2 m tief, erst vou Sausadig aus uimmt seine Tiefe merklich zu. Schou bevor von Süden her der mächtige Neben­fluß Bnui einmündet, beginnt der Niger sich in viele Arme zn teilen, ist bei Kabara, dem Hafeu des naheu Timbuktu, 1800 bis 4000 in breit und zielü von