Teil eines Werkes 
Bd. 1 [H. 1-3] (1906) Der Feldzug gegen die Hereros
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12. Vorbereitungen für weitere Kämpfe.

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die demnächst wieder beginnenden kriegerischen Unternehmungen ans. Durch Befehl vom 6. Mai wurde sie aufgelöst. Nur die in Seeis befindliche berittene Abteilung, die vom Typhus verschont geblieben war, fand sofort wieder Verwendung im Felde.

Glänzende kriegerische Erfolge sind der Ostabteilung versagt geblieben; sie hatte in außergewöhnlicher Weise unter der Unguust der Verhältnisse leiden müssen und schließlich einen weit gefahrvolleren Feind als die Hereros zu bekämpfen: den Typhus. Die große Hingabe der Truppe bei den außergewöhnlichen Entbehrungen und An­strengungen, die infolge des Fehlens von Pferden in besonderem Maße an die Ab­teilung herantraten, und die standhafte Pflichterfüllung auch in schwierigen Lagen ver­dienen um so wärmere Anerkennung.

Der durch das Zusammenwirken der Haupt- und Ostabteiluug beabsichtigte wirk­same Schlag war, wenn auch bei Onganjira ein voller taktischer Erfolg errungen war, wegen der großen Überlegenheit des Gegners an Zahl und der ungeheuren Schwierigkeiten des Geländes nicht geglückt. Die großen Entfernungen der Ab­teilungen untereinander, die noch obendrein durch den Feind getrennt waren, machten eine schnelle und zuverlässige Befehlsübermittlung unmöglich. Vor allen Dingen wurde es verhängnisvoll, daß die abändernden Befehle vom 23. März, die der Ost­abteilung ein abwartendes Verhalten vorschrieben, diese zu spät erreichten.

^2. Vorbereitungen für weitere Rümpfe.

Inzwischen waren in der Heimat die Anfang März angeforderten*) weiteren Ver- Anfstellungder stärkungen in derselben Weise wie bisher durch das Oberkommando der Schntztruppen "'^rd^m"° zusammengestellt, bekleidet und ausgerüstet worden. Am 25. und 30. März und am Ber- 7. April gingen sie in vier Transporten unter den Majoren v. d. Heyde und stärkungen. v. Mühlenfels sowie den Hauptleuten Stahl und Rembe von Hamburg ab. Ihnen wurden zum ersten Male die zur Bespannung und Berittenmachung notweudigcu Pferde aus Deutschland mitgegeben, und zwar waren durch Vermittelung des preußischen Kriegsministeriums kleine, zähe ostpreußische Bauernpferde angekauft und dem Oberkommando überwiesen worden. Ein Teil des Bedarfs, etwa 300 Pferde, wurde durch Abgaben der Kavallerie gedeckt.

Im ganzen betrug die Zahl der der Schutztruppe zugeführteu Verstärkungen 55 Offiziere und Ärzte, elf Beamte, 1164 Mann, 1200 Pferde, 18 Feldgeschütze v. 90 und eine 3,7 Maschinenkanone. Die Überfahrt sämtlicher Transporte ging schnell und anstandslos von statten. Vorzügliche Ergebnisse wurden bei den Pferdetransportcn erzielt, indem im ganzen nur zehn Pferde an Lungenentzündung eingingen. Das Ein­treffen in Swakopmnnd erfolgte zwischen dem 17. und 28. April.

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