10. Das Gefecht bei Owiumbo,
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suchen 80 Leichen und zahlreiche frisch aufgeworfene Gräber gefunden, in denen der Gegner seine Toten eiligst verscharrt hatte; nach den Angaben von Gefangeneu hatten die Hereros bei Ongcmjira von allen bisherigen Gefechten die schwersten Verluste erlitten und zwar dank der an diesem Tage vorzüglichen Wirkung des Artilleriefeuers.
Die Verluste auf deutscher Seite waren, wohl hauptsächlich wegen der gründlichen und wirksamen Vorbereitung der Angriffe durch die Artillerie, verhältnismäßig gering; sie betrugen an Toten Oberleutnant v. Estorff, Leutnant der Reserve Frhr. v. Erffa und zwei Mann, an Verwundeten Leutnant v. Rosenberg, der bald darauf seiner schweren Verletzung erlag, und elf Mann.*) Am Fuße des zuletzt eroberten Hügels fanden die gefallenen Helden an stiller, friedlicher Stätte ihr Grab unter einem blühenden Akazienbaum.
Am 10. April früh wurde mit einem Teil der berittenen Truppen die Verfolgung Die Ver- aufgenommen und festgestellt, daß der Feind das Gebiet bis zu der Gegend von Okagarccha geräumt hatte und mit seinen Hauptkräften in östlicher Richtung auf Lage nnch Eundo—Erindi zurückgewichen war. Der kleinere Teil, darunter die Leute von Otjim- dem Gefecht bingue, waren in nordwestlicher Richtung auf Owiumbo zurückgegangen uud hatte sich mit den dort stehenden Hereros vereinigt.
Oberst Leutwein erkannte sehr wohl, daß erst eine nachdrückliche Verfolgung der geschlagenen feindlichen Hauptkräfte unter Samuel in der Richtung auf Eundo—Erindi den schönen Erfolg der deutschen Waffen bei Ongcmjira zu einem wirklich wirksamen Siege machen könne. Solange indes der bei Owiumbo gemeldete, zahlreiche Feind nicht geschlagen war, blieb bei der Bedrohung der rückwärtigen Verbindungen durch diesen ein weiterer Vormarsch nach Osten unmöglich. Sich gegen beide Abteilungen gleichzeitig zu wenden, war bei der ziffermäßigen Schwäche der Hauptabteilung undenkbar.
Oberst Leutwein beschloß deshalb, sich zunächst mit allen Kräften gegen den Feind bei Owinmbo zu wenden, mit dem er um so leichteres Spiel zu haben glaubte, als in dessen Rücken ja die Ostabteilung stehen mußte, mit der er dann die Verbindung zu gewinnen hoffte.
^0. Das Gefecht bei Owiumbo.
Am 12. April war die Hauptabteilung bei Otjosasu zu erneutem Vormarsch Die Haupt bereit und brach am folgenden Tage 5°° früh in der Richtung auf Okatumbci auf. Abteilung Die 2. und 5. Feldkompagnie, die Bastardabteilung und die Maschinengewehre bildeten '""^h"
unter Hauptmann Puder die Avantgarde, die übrigen drei Feldkompagnien, die drei Nordostcn.
- 13. April.
*) Außer den Offizieren waren gefallen: die Gefreiten Krol und Scholl, verwundet: Feldwebel Schlabitz, die Sergeanten Liedtke, Wieland, die Gefreiten Efsmert, Krüger, Lucas, Warnte, Schmitz, die Reiter Kube, Müller und der Kriegsfreiwillige von Blcmc.