9. Das Gefecht von Ongcmjira.
95
Dieses ist dicht östlich Okahandja zunächst wellig, weiterhin bildet cS nördlich der Vormarschstraße in der Richtung auf Okatumba eine von einzelnen Höhenzügcn durchsetzte, mit Dornbüschen und Gras bedeckte Ebene, Südlich des Weges Okahandja— Ongcmjira erhebt sich ein wild zerrissenes, ganz unübersichtliches Bergland, das nach Süden zu immer steiler, höher und unzugänglicher wird. Dieses unwegsame Gelände bietet für den Angriff die größten Hindernisse, während es wie geschaffen war für die Kampfesweise der Hereros, deren Stärke gerade in der Verteidigung schwer zugänglichen, zu Überfällen geeigneten Geländes lag. Ein am Abend des 6. in Okahandja eingebrachter Überläufer hatte ausgesagt, daß zu beiden Seiten des Weges Otjosasu —Ongcmjira Verhaue angelegt und hinter diesen Schützengräben ausgeworfen seien.
Die Hauptabteilung erreichte ohne Störung am 8. April Otjosasu. Unterwegs hatte Oberst Leutwein durch den vom Waterberge kommenden Missionar Eich die Nachricht erhalten, daß die Waterberger- und Omaruru-Hereros sich geteilt hätten; während ein Teil am Waterberge säße, sei der größere Teil bei Ongcmjira zu Samuel gestoßen. Am 6. April seien außerdem große Massen der Hereros bei Owinmbo und Okatumba gewesen. Schließlich berichtete der Missionar noch, daß unter den Hereros Gerüchte von einem zweiten großen Siege umliefen, den Michael mit seinen Leuten über die Ostabtcilung bei Okciharui davongetragen habe.
Die Erkundung der Berge östlich und südlich Otjosasu durch die Witboi-Abtcilung hatte ergeben, daß jene bis auf einige Späher vom Feinde frei seien; nur ein 4—5 Km südöstlich des Ortes gelegener Berg sei von schwachen Kräften besetzt. Die Hauptabteilung bezog daraufhin bei Otjosasu Biwaks. In der Nacht zum 9. wurden kurz vor Mitternacht die verabredeten Leuchtraketen abgeschossen, ohne daß eine Antwort von der Ostabteilung erfolgt wäre.
y. Das Gefecht von Onganjira.
Am 9. April beabsichtigte Oberst Leutwein, zunächst den besetzt gemeldeten Berg Die Hnupt- cmzugreisen; er trat zu diesem Zwecke um 6°° morgens den Vormarsch an. Die^^^^^'S 1. und 6. Feldkompagnie, die Witbois und die Gebirgsbatterie bildeten die Avantgarde unter dem Befehl des Hanptmanns v. Heydebreck, die übrigen Schutztruppenkompagnien 9. April das Gros. Die Bastards sollten die linke Flanke sichern, auf Okatumba aufklären """'gens. und Verbindung mit der in der Gegend von Otjikuoko vermuteten Ostabtcilnng suchen. Die 2. Marine-Jnfanterie-Kompagnie, ein Zug der 3. Batterie und zwei Maschinengewehre blieben als Bedeckung beim Troß.
Als die Avantgarde sich dem ihr als Marschziel angewiesenen Berge näherte, meldeten die Witbois, daß er vom Feinde bereits geräumt sei, worauf er durch einen Lichtsignalposten besetzt wurde, der die Verbindung mit Okahandja herstellte. Bald darauf überbrachte der Feldwebel Peters der 2. Marine-Jnfanterie-Kompagnie