7. Die Operationen der Westabteilnng,
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um 4°° morgens Halt machen mußte, um das Tageslicht abzuwarten. Erst gegcu 8°° morgens näherte sich die Spitze der vorne marschierenden Kompagnie Franke der Werft*).
Schon vorher hatten die die Kolonne begleitenden Hottentotten Rauch uud Die Kom- Viehherden entdeckt. Jetzt erkannte auch die Spitze, daß die jenseits des Omarnru- pagme Franke Flußbettes und des Westriviers liegende gewaltige Felswand von zahlreichen ^^'^ Hcreros besetzt war. Die natürliche Stärke dieser Stellung war von ihnen in ge-Wovormittags. schicktester Weise ausgenutzt worden. In den zahlreichen Felsspalten, die künstlich eingehauenen Schießscharten glichen, blinkten Gewehrläufe, sonst sah man nichts vom Feinde außer einigen sich hier und da erhebenden Hereros. Die wenigen Durchbrüche durch die Felsenmauer waren durch Astverhaue gesperrt und das Schußfeld vor der Front sorgfältig frei gemacht worden. Der Osthang der Felswand gestattete einen vollkommen gedeckten uud ungestörten Verkehr hinter der Feuerlinie. In der Mitte der Wand lag unten beim Flußbett die Wasserstelle. Im Süden hatte der Feind den Otjihinamaparero-Berg besetzt. Zwischen diesem und der Wasserstelle zog sich ciu felsiger Rand hin, den die Hereros in richtiger Erkenntnis seiner Bedeutung für den Besitz der Wasserstelle durch eine vorgeschobene Abteilung stark besetzt hielten. Wo die Flügel der Hauptstellung lagen, war nicht zu erkennen, ebensowenig wie stark der Gegner war. Tatsächlich standen hier etwa 1000 Hereros, die die ganze etwa 4500 m lange Front einschließlich des Otjihinamaparero-Berges besetzt hielten.
Die ganze Verteidignngsstellung war in hohem Maße widerstandsfähig, insbesondere konnte die Artillerie mit ihren Schrapnells wenig dagegen wirken. Das Gelände vor der Front erschwerte dem Angreifer seine Aufgabe ungemciu. Bon der etwa 1000 m vor der Felswand liegenden Werft fällt es ganz flach nach den Wasser- läufcu zu ab, so daß trotz der Grasbewachsung jeder einzelne Manu sich deutlich in der hellen Morgensonne abheben mußte. Nur die Wasserläufc selbst lagcu streckenweise im toten Winkel.
Major v. Estorff erkannte, daß er hier vor einem schweren Angriff stand. Er Die Westbeschloß, gegen die Front nur schwächere Kräfte und die Artillerie einzusetzen, um"^^"'^ mit den Hauptkräften umfassend gegen beide Flügel vorzugehen, uud zwar sollte die^, feindlichen Kompagnie Franke rechts, die Kompagnie Schöncm links angreifen. Kurz nach 3°° Stellung, morgens fuhr die Artillerie, drei Geschütze d 73 und ein Maschincngeschütz, im süd- Erster Angriff lichen Teile der Werft auf uud eröffnete das Fener gegen die gegenüberliegende Fels-d°rK°mpagnie wand. Zum Schutze der Artillerie wurde rechts und links je ein Halbzug der 4. Kompagnie auf dem Hange vorwärts der Werft entwickelt. Der Rest der 4. Kompagnie, mit dem Zuge berittener Seesoldaten wandte sich nach links, um sich gegen den feindlichen rechten Flügel zu eutwickeln.
Inzwischen war die Kompagnie Franke mit dem Gebirgsgeschütz von der Werft
*) Skizze 3.