Teil eines Werkes 
Bd. 1 [H. 1-3] (1906) Der Feldzug gegen die Hereros
Entstehung
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7> Die Operationen der Westabteilung.

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Im übrigen wurde, so gut es ging, durch kleinere Patrouillen und Eingeborene mit dem bei Owikokorero lagernden Feinde Fühlung gehalten und die Mannschaft durch Übungen in der Nähe des Lagers mit den besonderen Anforderungen vertraut gemacht, die die Kriegführung im afrikanischen Busch stellt.

7. Die Operationen der Westabteilung.

Unterdessen waren auch im Westen die Operationen in Gang gekommen. Dort hatte die Kompagnie Franke nach dem Abzüge der Hereros aus der näheren Umgebung von Omaruru festgestellt, daß der Feind kurz darauf auch von Omburv in nordöst­licher Richtung abgezogen war, die Gegend westlich bis nach Okombcche völlig geräumt und schließlich auch das Gelände nördlich Omaruru aufgegeben hatte. Die Spuren aller Banden deuteten auf einen Rückzug nach Osten hin.

Major v. Estorff hatte in Omarnru seit dem 14. Februar die 2. Feldkompagnie Die West- Franke, die 3. Kompagnie Haering des Marine-Jnfanterie-Bataillons, ein Feld- «bteilung geschütz d 73, ein 6 vm Gebirgsgeschütz und zwei 3,7 em Maschinenkanonen vereinigt. ^^^.^ ^n" Sein Urteil über die Kompagnie Franke lautete:Mann und Pferd mager und M, Februar, sehnig, aber gesund aussehend in der Tat eine stolze Kompagnie." Unver­züglich nach Empfang der am 19. eintreffenden Anordnungen des Gouverneurs") brach Major v. Estorff am 20. in der Richtung auf Outjo auf, um sich zunächst mit der 4. Feldkompagnie zu vereinigen, von der immer noch keine näheren Nachrichten vorlagen. In Omarnru blieben außer der ursprünglichen, aus Landwehrlenten, Kriegs­freiwilligen und Invaliden bunt zusammengesetzten Besatzung 20 Seesoldaten und eine Maschinenkanone zurück; fünfzehn Seesoldaten und die Bedienung eines Maschinen- Geschützes wurden beritten gemacht und schlössen sich dem Vormarsch an.

Die vorausmarschierende Kompagnie Franke erreichte am 21. Febrnar morgens, nachdem sie die L5 Km betragende Entfernung iu 18 Stunden zurückgelegt hatte, Okowakuatjiwi (etwa 35 Km südlich vom Etanenoberge) und fand dort bereits die 4. Feldkompagnie vor, deren Führung an Stelle des verwundeten**) Hauptmanns Wefoth Oberleutnant Frhr. v. Schönau-Wehr übernommen hatte. Am 22. trafen dort auch die übrigen Teile der Kolonne Estorff ein. Durch einen Erkundungsritt der 4. Kompagnie wurde in den nächsten Tagen der Abzug der Hereros aus der Gegend westlich und südlich Okowakuatjiwi sowie die Räumung von Otjipaue fest­gestellt. Man vermutete, daß der Stamm der Omaruru-Hereros bei Otjihinamaparero. einer sehr ergiebigen und von einer gewaltigen Felsenstellung geschützten Wasserstelle, stehe. Major v. Estorff entschloß sich, den Feind dort aufzusuchen.

*) Seite 63. Seite 31.