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Unsere Kolonien, was sind sie wert, und wie können wir sie erschliessen? : Ein Kolonialprogramm / August Seidel
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III. vle Urproduktion Oer Kolonien uncl ihre Ausbeute üurcd eingeborene und Europäer.

Unter Urproduktion verstehen wir hier diejenigen Naturschätze, die ohne besondere Bearbeitung (entweder zu sofortiger Verwendung oder als Rohstoffe), so wie sie in der Natur gefunden werden, Handels­wert haben und also nnr ausgebeutet, nur gesammelt zu werden brauchen, um Gewinne zu liefern.

Solche Schätze finden sich in allen drei Naturreichen.

Wir rechnen hierher z. B. aus dem Tierreich die Guauolager, Elfen­bein, Häute und Felle, Hörner, tierische Schalen, lebende Tiere usw. Aus dem Pflanzenreich z. B. Hölzer, Kautschuk, Gummi, Palmkerne u. dgl. Aus dem Mineralreich alles, was ohue eigentlichen bergmännischen oder Hüttenbetrieb an wertvollen Mineralien gewonnen werden kann, wie z. B. die losen Granaten von Namapusa bei Lindi in Ostafrika.

Dabei mag nicht übersehen werden, daß manche dieser UrProdukte unter Umständen auch in einem der folgenden beiden Kapitel als Pro­dukte der wirtschaftlichen Tätigkeit der Eingeborenen oder der Weißen figurieren können, wie z. B. Palmkerne und Kautschuk, insofern sie nicht nur durch Raubbau, sondern auch durch Ausnutzung eigens zu diesem Zwecke angelegter Anpflanzungen gewonnen werden.

Im allgemeinen ist die Ausbeute dieser Naturschätze bisher uicht gauz unergiebig gewesen, wie die folgende Uebersicht ergiebt*):

O.-A. 1000 ^

S.-W.-A. 1000 ^5

Kamernn 1000 ^

Togo 1000 ^/

Kais.Wilh.-L. u. Bism.-A. 1000 ^

Gumini, Kautschuk . .

1270

1600

366

1270

1300

968

444

24

1000

270

Wachs.......

56

Nutzholz......

95

35

Trepangs) . ...

113

**) Eine Hvlothnrienart, die als LcLerbissen nach China und Jcipan c»lS>icfiihrt wird.

Die übrigen etwa hierher zu ziehenden UrProdukte ergeben zur Zeit nur genüge Ausbeute. So exportierte ferner

Deutsch-Ostafrika: Felle und Häute, tierische Schalen, Flußpferdzähne, Gehörne im Gesamt­werte von ca. 190 000 Mk.; Deutsch-Südwestafrika: Felle und Häute, Wolle, Höruer,

Fleisch, Robbenfelle und -tran im Gesamtwerte von ca. 39 000 Mk.; der Bismarck-Archipel: Schildpatt und Perlschalen für ca. _ 64 000 Mk.

Die Ziffern sind nach der letzten für alle Schutzgebiete aufgestellten Statistik abgerundet.