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Durch Massailand zur Nilquelle : Reisen und Forschungen der Massai-Expedition des deutschen Antisklaverei-Komité in den Jahren 1891 - 1893 / von Oscar Baumann
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VI. Untersuchung von acht Schädeln.

Von Prof. Dr. Zuckerkandl.

Mit 2 Tafeln (Tafel XXVI und XXVII).

Von den acht Schädeln sind fünf, No. i5 der Tabelle recent, No. 6 und 7 sind es nicht. Von den zwei Irakucranien konnte für anthropologische Zwecke nur der des Kindes verwerthet werden, da jener des Mannes in Folge von früh­zeitiger Synostose der Pfeilnaht seine ursprüngliche Form eingebüsst hat.

Von den vier Watussi zeigen drei (No. 13) so ziemlich die gleiche Form; sie sind klein (siehe die Capacität), extrem dolichocephal und prognath, zwei auffallend chamaecephal, der dritte orthocephal, alle drei platyrrhin. Die Stirne ist niedrig und fliehend, ein Tonis frontalis ziemlich gut ausgebildet. Der Nasenrücken ist schmal vorspringend und mit einer deutlichen sattelförmigen Ver­tiefung versehen, nur beim Kinde breit und flach. Der Zwischenkiefer zeigt eine schräge Lagerung. Der Unterkiefer, jener des Kindes ausgenommen, ist äusserst kräftig entwickelt, der aufsteigende Fortsatz von auffallender Breite, der Ueber- gang beider Aeste ineinander fast rechtwinklig. Die Prognathie der Unterkiefer gelangt in einer Vorbiegung des Alveolarfortsatzes im Bereiche der Schneide- und Eckzähne deutlich zum Ausdruck.

Die Profillinie des Gesichtes ist winkelig geknickt; es schneiden sich nämlich in der Mundregion die Profillinien des Ober- und des Unterkiefers unter einem stumpfen Winkel, dessen Knie nach vorne gerichtet ist. Die Mahlzähne sind kräftig und hinsichtlich der Zahl ihrer Höcker variant. Der vierte Watussischädel unterscheidet sich von den übrigen; er ist wohl auch dolichocephal, prognath, und chamaecephal, aber durch ungewöhnliche Grösse und Stärke ausgezeichnet. An dem durch besondere Länge auffallenden Gesichte tritt die Prognathie weniger hervor als an den anderen Watussischädeln.

Die zwei Massaicranien (No. 5 und 6 der Tabelle) sind nicht gleich geformt. No. 5 stimmt seiner ganzen Architektur nach mit den drei ersten