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Durch Massailand zur Nilquelle : Reisen und Forschungen der Massai-Expedition des deutschen Antisklaverei-Komité in den Jahren 1891 - 1893 / von Oscar Baumann
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IX. KAPITEL.

Die Völker der Nilquell-Gebiete.

Die Waschaschi. Die Watussi. Die Wasinja, Die Warundi. Die Wanyamwesi.

Im Gegensatz zum abflusslosen Gebiet, in welchem der Steppen-Charakter vielfach vorherrscht, bieten die Länder der Nilquellen menschlicher Ansiedelung ziemlich günstige Bedingungen. Dieselben sind auch für afrikanische Verhältnisse dicht bewohnt, und nirgends trifft man dort so ausgedehnte menschenleere

Striche wie im Massai-Land. Die Völker, welche hier in Betracht kommen, gehören sprachlich sämmtlich der Bantu-Gruppe an. Anthropo­logisch freilich wird man auch hier eine Gliederung in Hamiten und Neger aufstellen müssen, welch' erstere durch den Hirtenstamm der Watussi oder Wahuma vertreten sind.

Aus dem abflusslosen Gebiet nach den ersten Nilzuflüssen kommend, treffen wir den Stamm der Waschaschi. Derselbe dürfte ursprünglich den Wasinja verwandt gewesen sein, wenigstens ist die Sprache, das Kischaschi, vom Kisinja nur dialektisch verschieden. Gegenwärtig weichen die Waschaschi ethnographisch stark von den Wasinja ab. Besonders in den östlichen und nördlichen Grenzgebieten haben die Waschaschi starke Beimischungen von hamitischem (Massai und Wataturu) und nilotischem (Kavirondo) Blut erlitten und sich dadurch abweichend entwickelt. Im Süden dagegen brachte der fortwährende Verkehr mit den Wanyamwesi (Wasukuma) eine Annäherung an diese hervor.