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Durch Massailand zur Nilquelle : Reisen und Forschungen der Massai-Expedition des deutschen Antisklaverei-Komité in den Jahren 1891 - 1893 / von Oscar Baumann
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VII. KAPITEL.

Zur physischen Erdkunde der erforschten Gebiete.

Allgemeine Uebersicht. Das abflusslose Gebiet. Der Kilimanjaro-Graben. Die Massai-Steppe. Der grosse ostafrikanische Graben. Der Wembere-Graben. Das Granitplateau von Unyamwesi. Der Victoria-Nyansa. Die Quelle des Nil und das Mondgebirge. Das ccntral- afrikanische Sehiefergebirge und der centrale Graben.

Das Forschungsgebiet der Massai-Expedition, von welchem nachfolgend die Rede sein soll, dehnt sich von der nördlichen Küstenlinie Deutsch-Ostafrika's, der sogenannten Tangaküste, bis zur Westgrenze der Interessensphäre, die durch den Verlauf des Tanganyika-See gekennzeichnet ist. Dieses ungeheure Gebiet lässt sich in verschiedene, ziemlich scharf von einander getrennte Abschnitte theilen.

An die schmale Küstenzone, für welche das Auftreten jurassischer Kalke und Thonschiefer bezeichnend ist, schliesst sich eine Kette krystallinischer Gebirgsinseln, die unter dem Namen Ostafrikanisches Schiefergebirge zusammengefasst werden.

An diese Gebiete reiht sich westlich eine Zone, die durch grossartige geologische Störungen bemerkenswerth ist. Dieselbe ist vor Allem durch den Verlauf des grossen ostafrikanischen Grabens bezeichnet, jener ungeheuren meridionalen Bruchlinie, welche, wie Suess so meisterhaft nachgewiesen, vom Todten Meer bis Ugogo durch fast 40 Breitengrade zu verfolgen ist. Als Nebenbruch lässt sich im Osten jener Graben auffassen, dem der Meru und