V. KAPITEL.
Vom Tanganyika nach Irangi.
Das Lager der Sklavenhändler. — Kämpfe mit Watussi. — Die südlichsten Nil/.uflüsse. — Baumdörfer am Mlagarasi. — Im Waldland Uha. — Kirambo. — Die Mission Urambo. — Tabora. - Erstürmung von Tambarale. — Sunguisi. — Die Wembere-Steppe und Usure. ■ Turu.
Ussandaui. — Irangi.
Am Tanganyika trafen wir zum ersten Male seit Wochen wieder auf Küstenleute. Unweit unseres Lagers lag, von festem Stangenzaun umgeben, eine Niederlassung des Arabers Mohamed bin Halfan aus Ujiji, besser bekannt unter dem Namen Rumaliza. Doch die freudige Begrüssung, die sonst beim Zusammentreffen mit Swahili stattfand, blieb hier aus; scheu hielten sich die Insassen des Ortes in ihrer Befestigung und Nachts zeugte das fortwährende Dröhnen einer Trommel, dass sie scharfe Wacht hielten.
Für mich lag darin nichts verwunderliches, denn Rumaliza, ein Sklavenhändler und Kompagnon Tippo-Tips, galt seit jeher als Feind des Europäerthums und stand damals in dringendem Verdacht, mit dem aufrührerischen Häuptling Sike von Unyanyembe unter einer Decke zu stecken. Das war mir bekannt, doch konnte ich nicht wissen, dass zur selben Zeit am Südufer des Tanganyika blutige Kämpfe zwischen Belgiern und Arabern stattfanden, und dass in Manyema der grosse Entscheidungskampf zwischen dem Kongostaat und den Arabern begonnen hatte. Doch liefen dunkle Gerüchte von Kämpfen der Europäer mit Rumaliza bei mir ein, und die Warundi meldeten mir, dass Bakafi, der Häuptling Rumaliza's in Ruwenga, jenseits der Russisi-Mündung einen Angriff auf mich