SIEBENTES KAPITEL.
FRIEDLICHE TAGE.
Ungefähr ein Monat war über den ruhigen und beschaulichen Beschäftigungen verflossen, welche im letzten Kapitel beschrieben wurden.
Diese Zeit schien uns, von einer Seite betrachtet, gar zu ruhig hinzugehen, denn die Tage verliefen einer nach dem andern, ohne dass sich einer durch besondere Ereignisse besonders beinerklich machte; und doch'war in Anbetracht der vollendeten Arbeiten und der in unserer Umgebung vorgenommenen Veränderungen jener erste kurze Abschnitt unsers Aufenthalts auf dem Kilima-Ndjaro einem Zeitalter, einem geschichtlichen Cyclus vergleichbar, besonders für die Eingeborenen. Während Zweidrittel meiner Leute nach Teita mar- schirten, um den Rest meiner Waaren zu holen, war ich mit dem letzten Drittel 12 Stunden des Tages hart bei der Arbeit. Nicht allein bauten wir die vorläufigen Häuser und bestellten unsern Küchengarten, wie ich bereits geschildert habe, sondern wir brachten auch unsere Kühe und Ziegen in einem geräumigen Stall unter, der hinreichend stark gebaut wurde, dass er einem nächtlichen Angriff von Leoparden widerstehen konnte; ferner richteten wir einen Hühnerhof für 80 Hühner und sogar eine allerdings primitive Milchkammer her, in welcher wir die Milch von unsern Thieren in grossen hölzernen, von den Eingeborenen gekauften flachen Schalen aufbewahrten und eine so reichliche Menge Rahm producirten, dass, nachdem ein hinlänglicher Theil zum Buttern beiseite gestellt war — dies wurde wirklich mittels Schütteins in einer grossen