Print 
Kolonialgeschichte / von Dietrich Schäfer
Place and Date of Creation
Page
125
Turn right 90°Turn left 90°
  
  
  
  
  
 
Download single image
 

Englands mvdcrm Kolcmialpvlitik,

125

nisten. Im Osten ist es durch Singapore Herr des Hauptzu­gangs zu den chinesischen Gewässern geworden, und an der Küste Chinas selbst hat es 1841 Hongkong erworben und ans der fast unbewohnten Insel einen der ersten Häfen der Welt und einen starken Waffenplatz gemacht. Obgleich den Nieder­ländern im AnSgleichvertrage von 1824 zugesagt wvrdeu war, daß die hinterindischen Inseln als holländisches Kolonialgebiet gelten sollten, hat England 1846 das kohlenreiche Nvrdborneo in Besitz genommen und 1888 die Nordwestküste der großen Insel, das Sultanat Serawak, hinzugefügt. Im letzten Jahr­zehnt hat es seine Fühler nach Tibet und Mesopotamien aus­gestreckt, 1908 auf Kosten Siams seinen Besitz auf der Halb­insel Malakka erweitert. Es gibt, abgesehen von den Stellen, an denen Kollisionen mit den Bereinigten Staaten entstehen könnten, kaum ein Gebiet der Welt, wo England seine kolo­nialen Interessen nicht mit mustergültiger Umsicht und durch­greifender Energie wahrgenommen hätte und fortdauernd wahrnimmt.

47. Englands moderne Kolonialpviitit.

Es hat in England im Anschluß an die Freihandelsideen, die sich an Cobdens Namen knüpfe», eine Richtung gegeben, die den Wert von Kolonien bcstritt, deren Neuerlverb be­kämpfte, ja das teilweise oder gar völlige Aufgebeu der vor- haudeuen befürwortete. Mau meinte, die Handelsvorteile auch uuter fremder Herrschaft ernten und die schweren Kosten sparen zu können. Die Richtung hat in den 60er und 70er Jahren den Höhepunkt ihres Einflusses erlaugt, gestützt ans Politische Anschauungen, wie sie Gladswne nnd Granville vertraten. Sie hat zeitweise sogar zu einer gewissen Stockung und Zögerung im Fortschritt der Kolvnialerwerbuug geführt ?ie von den Fidschi-Inseln nachgesuchte Aufnahme unter englisches Protektorat ist zweimal, 1859 und 1871, abge-