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Kolonialgeschichte / von Dietrich Schäfer
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Erdkenntnis und Verkehr.

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britanniens Stellung zur Heiligen Micmz sich wesentlich ge­ändert hätte und nicht auch in England die Neigung vorhanden gewesen wäre, sich ihrem Hinübergreifen ins spanische Amerika, dessen politische Selbständigkeit man so sehr herbeigewünscht und so lebhaft gefördert hatte, zu widersetzen. Es ist nicht die Meinung der Monroe-Doktrin gewesen, die europäischen Staaten aus ihrem amerikanischen Kolonialbesitz zu ver­drängen oder auch nur in den spanischen Kolonien den Auf­stand zu entfachen, wo er nicht von selbst ausgebrochen war; aber sie hat für die Zukunft alle Gedanken europäischer Völker, in Amerika neues Gebiet für Kolonisation zu erwerben, im Keime erstickt. Derartige Gedanken mußten um so aussichts­loser erscheinen, je mehr die Macht der Vereinigten Staaten wuchs. Als diese den schweren Bürgerkrieg der Jahre 1861 bis 1865 überstanden hatten, konnte keine Macht der Welt ernstlich mehr daran denken, territoriale Ansprüche in Amerika gegen ihren Willen durchzusetzen. Das war um so bedeutungs­voller, als gerade das fortschreitende 19. Jahrhundert bald einen so gewaltigen Bedarf für Siedlungs- und Nnter- nehmungsgebiete entwickelte, wie keine Zeit je zuvor.

42. Erdkenntnis und Verkehr.

Das 19. Jahrhundert ist oft als das Jahrhundert des Dampfes und der Elektrizität gekennzeichnet worden. In der Tat haben die Erfindungen, welche die Verwendung dieser beiden elementaren Kräfte im Dienste der Menschheit ermög­lichten, einen geradezu zauberhaften Aufschwung des tech­nischen Könnens, der Reise- und Vertehrsmöglichkeiten und der Verbreitung und Herrschaft des Menschen über die Erde zur Folge gehabt. Reichlich ein Menschanalter hat es nach der Erfindung der Dampfmaschine gedauert, ehe sie in den Dienst der Seeschiffahrt gestellt wurde, und fast zwei Menschenalter, bevor sie den Anlaß zum Bau von Eisenbahnen gab. Im