Teil eines Werkes 
4 (1913) Südwestafrika
Entstehung
Seite
68
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6g Kulturgeographie von Südwestafrika.

deutung. In Südwestafrika überwiegt weitaus die evangelische Konfession, der 1911 genau 80 vom Hundert der Weißen an­gehörten. Aufdie Katholiken kamen 17,2und aufdie Andersgläu­bigen 2,8 vom Hundert der Bevölkerung europäischer Herkunft.

Auch die weibliche Bevölkerung verdient aber unsere beson­dere Beachtung hinsichtlich ihres Zivilstandes. Von den 2468 erwachsenen weiblichen Personen des angeführten Zählungs- jahres waren nur 1761, also rund zwei Drittel, verheiratet, während von den unverheirateten nur 84 einem Berufe als Missionsangehörige, Pflegeschwestern oder Lehrerinnen an­gehörten. Hier ergibt sich demnach ein weiterer Mangel an verheirateten Frauen, der das vorhin geschilderte zahlen­mäßige Verhältnis der beiden Geschlechter in einem noch un­günstigeren Lichte erscheinen läßt.

Erfreulich ist dagegen die verhältnismäßig große Zahl der Kinder, deren Prozentsatz trotz der starken Zuwanderung Er­wachsener sich in den letzten zwei Jahren auf gleicher Höhe hielt, wenngleich er, mit der Einwohnerzahl verglichen, immer noch gering genug erscheint. Doch muß man bedenken, daß fünf Jahre vorher überhaupt erst 12,7 Prozent Kinder vor­handen waren. Dem Geschlecht nach ist ihre Zahl beinahe gleich, denn es wurden 1282 Knaben und 1297Mädchen gezählt.

KulturgeograMe von Südwestafrika.

1. Land bau. Das südwestafrikanische Schutzgebiet ist zwar, wie bereits angedeutet wurde, in erster Linie ein Viehzuchtland, doch kommt neben der Weidenutzung auch die Wassernutzuug in der Form der Berieselungswirtschaft in Betracht. Aus diesem Grunde ist die Bezeichnung der Bodenwirtschaft als Landbau dem WorteAckerbau" vorgezogen. Mit dem Begriff des Ackerbaues deckt sich die Bodennutzung nur in einend räumlich äußerst beschränkten Gebiet im Nordosten der Siedlungs-