62 Die Eingeborenen von Slldwestafrika.
Wirtschaftlich bedeuten die schwächlichen Naman weit weniger für das Schutzgebiet als die kräftigen schwarzen Stämme. In mancher Hinsicht mag ihre Geschicklichkeit und Intelligenz sich nützlich erweisen, z. B. in der Behandlung der Zugtiere. Im übrigen ist ihre Zahl keineswegs so gering, wie man noch vor einiger Zeit annahm, denn ihre Zahl, die man vor einigen Jahren auf 10 000 schätzte, beträgt nach den zuverlässigeren Erhebungen der letzten Jahre jetzt (1911) etwas mehr als 14000, von denen nur ein Zehntel nördlich vom Bezirk Windhuk angesiedelt ist.
6. Die Buschmänner. Die Buschmänner, reinblütig nieist im Norden uud Nordosten des Schutzgebietes sowie an der Kalaharigrenze verstreut, im Westen des Namalandes dagegen wohl mit hottentottischer Beimengung, werden von den Ethnologen als die Reste einer kleinen, gelbbraunen Urrasse betrachtet, stehen aber doch wohl den Hottentotten näher, als man in diesen Kreisen annimmt. Ihre Zahl läßt sich, da es sich um herumstreifende Jäger handelt, selbst im Siedlungsgebiet nur schwer schützen, doch gibt die amtliche Statistik sie auf 8400 an, von denen etwa 4000 auf die Nordbezirke Grootfontein und Outjo, rund 3000 auf den Bezirk Gobabis kommen.
7. Die Bastards.
Stehen die Buschmänner auf der untersten Stufe wirtschaftlicher Bethätigung, so steht das letzte der einheimischen farbigen Bevölkerungselemente auf der höchsten. Die Bastards, nicht mit den Mischlingen der neuesten Zeit zu verwechseln, hervorgegangen aus der Vermischung holländischer Buren mit Hottentottinnen, sind körperlich wohlgebildet und erinnern in ihrer äußeren Erscheinung da, wo die väterliche Seite der Herkunft überwiegt, etwa an Südeuropäer oder Zigeuner. Ihr Hauptteil bewohnt das Rehobother Gebiet,